Kohls Konterfei nicht auf Sondermarke

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Helmut Kohl wird vorerst nicht auf einer Sonderbriefmarke gedruckt.

Berlin - Altbundeskanzler Helmut Kohl wird vorerst nicht mit einer Sonderbriefmarke geehrt, weil es den Grundsatz gibt, keine lebenden Personen auf Sonderbriefmarken zu drucken.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht der “Bild“-Zeitung. Wilhelm verwies auf den Grundsatz, dass keine lebenden Personen mit Sonderbriefmarken ausgezeichnet würden. Eine Ausnahme von der Regel gab es allerdings 2007 für Papst Benedikt XVI. Die Idee für eine Sondermarke zu Ehren des Kanzlers der deutschen Einheit stammt laut “Bild“ von dem CSU-Abgeordneten Ernst Hinsken. Dieser habe sich im Sommer mit seiner Bitte an den damaligen Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) gewandt.

Das Finanzministerium wählt gemeinsam mit einem unabhängigen Expertengremium die Motive für die Sondermarken aus. Nach der Absage von Steinbrück wandte sich Hinsken dem Blatt zufolge an den neuen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der wiederum habe ihm empfohlen, sich direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel zu wenden. Schließlich habe der neue Kanzleramtschef Ronald Pofalla Hinsken wissen lassen, dass Merkel eine Helmut-Kohl-Sondermarke nicht unterstütze. Es bleibe beim Grundsatz, keine lebenden Personen zu würdigen. Der Papst sei ein “außerordentlicher Ausnahmefall“ gewesen.

AP

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