Kronkorken-Prozess

Kurioser Streit um Auto-Gewinn endet vor Gericht

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Ein Kronkorken aus einer Gewinnaktion der Brauerei Krombacher.

Arnsberg - Ein Kronkorken ist schuld, dass eine Freundschaft zerbrach. Dass er bei einem Glücksspiel ein Auto gewonnen hatte, brachte einem Mann nämlich großen Ärger ein - und der Juristerei einen kuriosen Fall.

Bei einem Wochenendausflug von fünf Bekannten aus Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 an den Edersee in Hessen hatte einer der Teilnehmer  an einer Tankstelle zwei Kästen Bier gekauft, die später am Abend zusammen ausgetrunken wurden. Es war ausgemacht, dass man sich die Unkosten des gesamten Ausflugs am Ende teilen wollte. 

Beim abendlichen Trinkgelage wurden die Kronkorken der Bierflaschen achtlos auf den Tisch geworfen. Da bemerkte einer der Teilnehmer laut Gericht einen besonderen Kronkorken und nahm ihn an sich. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass dieser der Hauptpreis eines Gewinnspiels der Brauerei war. Der Kronkorken-Eigentümer aus dem sauerländischen Schmallenberg löste den Gewinn ein und erhielt ein Auto. 

Eine Frau, die mit am Tisch gesessen hatte, verklagte ihn daraufhin, weil sie der Meinung war, dass der Gewinn der Gesellschaft insgesamt zustand und geteilt werden musste. Sie forderte ein Fünftel des Listenpreises des Wagens, umgerechnet 5736 Euro. Der Mann wollte zur Wiedergutmachung nur etwa 1000 Euro zahlen, was sie ablehnte. Da die Streithähne keinen Vergleich erzielten, ging der Streit vor das Arnsberger Landgericht. 

Das entschied nun am Donnerstag, dass der Mann einen Teil des Geldes aus dem Verkauf des gewonnenen Wagens an seine frühere Freundin zahlen muss. Da die Freunde zuvor beschlossen hätten, die Ausgaben des Ausflugs zu teilen, bei dem der Gewinn entstand, seien sie alle auch dessen "Miteigentümer", und nicht allein der Finder des Gewinner-Kronkorkens. Die Kammer sprach der Frau 4268 Euro zu, was einem Fünftel des aktuellen Preises des Wagens entspricht. (Az. I-1 O 151/16)

Beide Parteien können noch in Berufung gehen. Die Anwältin der klagenden Frau zeigte sich aber zufrieden mit der Entscheidung.

dpa/afp

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