Mehr Verkehrstote auf deutschen Straßen

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428 Menschen sind im Juli 2010 auf deutschen Straßen gestorben.

Wiesbaden - Auf deutschen Straßen sind im Juli 2010 viel mehr Menschen gestorben als ein Jahr zuvor. 428 Autoinsassen, Motorradfahrer, Radfahrer und Fußgänger kamen ums Leben.

Das waren 68 Menschen (19 Prozent) mehr als im Juli 2009, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Damit stieg die Zahl der Verkehrstoten erstmals seit sieben Monaten wieder. Bei dem größtenteils sehr schönen Sommerwetter seien vor allem an den Wochenenden mehr Ausflügler und Motorradfahrer unterwegs gewesen, sagte Statistikerin Ingeborg Vorndran zu den vorläufigen Zahlen. Von einem “Alarmsignal“ sprach Präsident Kurt Bodewig von der Deutschen Verkehrswacht in Berlin.

“Bis heute hatten wir Hoffnung, dass Deutschland in diesem Jahr erstmals weniger als 4000 Verkehrstote haben wird. Diesen wichtigen Schwellenwert werden wir auch in diesem Jahr nicht überwinden.“ Deutschland habe sich dem EU- Ziel unterworfen, die Zahl der Unfalltoten bis 2020 zu halbieren. “Die Kürzungen für Verkehrssicherheit, die der Bundeshaushalt derzeit vorsieht, stehen dieser Verpflichtung Deutschlands entgegen“, sagte der frühere Bundesverkehrsminister (SPD).

Trotz des starken Anstiegs im Juli sank die Zahl der Verkehrstoten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres aber auf den tiefsten Stand seit Einführung der Statistik vor rund 60 Jahren. 2094 Menschen wurden ersten Erhebungen zufolge in diesem Zeitraum getötet, zehn Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Verletzten sank um 7,7 Prozent auf rund 207 000 - auch das trotz einer leichten Zunahme um 1,4 Prozent im Juli. Eine Zunahme verzeichnete die Polizei dagegen bei den Unfällen. 1,34 Millionen Unfälle wurden in den ersten sieben Monaten auf deutschen Straßen aufgenommen. Das waren 2,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dabei ging die Zahl der Unfälle mit Verletzten jedoch um 7,9 Prozent auf 161 300 zurück.

dpa

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