Misshandlungen bei Diakonie: Staatsanwalt ermittelt

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Im Zusammenhang mit Misshandlungen bei einer diakonischen Einrichtung ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf.

Düsseldorf - Misshandlung in einer diakonischen Einrichtung: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen 17 ehemalige Mitarbeiter eines Tochterunternehmens der Graf-Recke-Stiftung.

Staatsanwalt Johannes Mocken bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montagabend einen entsprechenden Bericht der ARD-“Tagesschau“. Bei den Ermittlungen gebe es gehe um Misshandlung Schutzbefohlener, Freiheitsberaubung und Nötigung unter anderen autistischer Kinder bei der Stiftungstochter Educon, die Schulen für behinderte und verhaltensauffällige Kinder betreibt.

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Die Vorwürfe seien der Geschäftsführung im Sommer 2009 bekanntgeworden. Daraufhin sei Anzeige bei Staatsanwaltschaft Düsseldorf und dem Landesjugendamt erstattet worden, teilte die Stiftung am Montagabend mit. Die betroffenen Mitarbeiter und die Bereichsleitung seien zunächst vom Dienst suspendiert worden, ihnen wurde später gekündigt, hieß es.

Mocken sprach von einem “extrem rüden Umgang“ mit den Kindern. Grundlage der Ermittlungen seien unter anderem zahlreiche Videos, auf denen der Umgang gefilmt worden sei: “Die Bilder sind teilweise extrem erschreckend“, sagte der Staatsanwalt. Die Ermittlungen würden Monate dauern. Zu den konkreten Vorwürfen wollte sich ein Sprecher der Stiftung nicht äußern.

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Die Graf-Recke-Stiftung ist eine der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands. In Schulen - vorrangig im Raum Düsseldorf - werden unter anderem verhaltensauffällige und lern- sowie geistig behinderte Kinder betreut. Nach der Stiftungsmitteilung wurde erste Vorwürfe gegen Mitarbeiter von Educon bereits 2008 bekannt. Educon habe sich damals ebenfalls von der zuständigen Gruppenleitung getrennt. Zur Aufarbeitung der vergangenen Geschehnisse sei eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden.

“Der Educon ist die zügige und umfassende Aufklärung aller Vorwürfe ein besonderes Anliegen, sie hat daher den zuständigen Ämtern und Behörden, insbesondere der Staatsanwaltschaft und der Heimaufsicht des Landesjugendamtes, bei den weiteren Ermittlungen ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt“, hieß es in der Mitteilung weiter.

dpa

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