Prozess

„Mord ohne Leiche“: Freispruch - Offene Fragen bleiben

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Der Angeklagte (44) und sein Verteidiger.

Bonn - Im Prozess um den „Mord ohne Leiche“ gab es einen Freispruch. Das Verfahren war nach zwei Jahren nochmal aufgenommen worden.

Zweieinhalb Jahre nach seiner Verurteilung wegen Totschlags ist ein 43-jähriger Koch in einem neuen Prozess in Bonn freigesprochen worden. Es gebe keine „starken Beweise“ dafür, dass er seine seit September 2012 verschwundene Frau getötet habe, begründete das Landgericht Bonn am Mittwoch das Urteil in dem neu aufgerollten Strafverfahren um einen „Mord ohne Leiche“.

Eine Täterschaft sei „denkbar“, sagte der Vorsitzende Richter Hinrich de Vries. Genauso halte es die Kammer aber auch für möglich, dass die Frau das gemeinsame Haus nach einem im Streit verließ. Viele Fragen seien offen geblieben.

Im Juli 2014 war der Mann in einem ersten Verfahren in Bonn zu elf Jahren Freiheitsstrafe wegen Totschlags verurteilt worden. Er hatte seine Unschuld beteuert und Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt, der das Urteil 2015 aufhob und Rechtsfehler rügte.

Eine Leiche ist in dem Fall bis heute nicht gefunden worden. Ein Geständnis, das der Angeklagte nur im privaten Umfeld gegenüber seiner damaligen Geliebten abgelegt habe, nannte der Richter „nicht belastbar“.

dpa

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