Prozess in Göttingen

Organspende-Skandal: neue Zeugenaussagen

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In Göttingen läuft derzeit der Prozess um Manipulationen bei Leberverpflanzungen an der Göttinger Uniklinik.

Göttingen - Im Prozess um den Organspende-Skandal hat nun der Transplantations-Koordinator der Klinik ausgesagt. Er wisse nur von einem verdächtigen Fall.

Im Prozess um Manipulationen bei Leberverpflanzungen an der Göttinger Uniklinik hat am Dienstag der Transplantations-Koordinator der Klinik ausgesagt. Der 64-Jährige konnte aber zur Frage, ob der angeklagte frühere Chef der Transplantationsmedizin der Uniklinik Manipulationen vorgenommen oder veranlasst hat, nichts Konkretes aussagen. Er nannte nur einen Fall, in dem es Zweifel an der Entscheidung des beschuldigten Mediziners gab.

Dem 46-jährigen Ex-Chef wird versuchter Totschlag in elf und Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen vergeworfen. Laut Anklage hat er medizinische Daten manipuliert, um schneller Spenderlebern von der zentralen Vergabestelle Eurotransplant für seine Patienten zu bekommen. Dabei habe er in Kauf genommen, dass andere Patienten kein Organ bekamen und möglicherweise starben.

Zu möglichen Manipulationen des Arztes gab der Transplantations-Koordinator einen Fall an, bei dem er Zweifel an der Entscheidung des Beschuldigten gehabt habe, einen Patienten bei Eurotransplant als dialysepflichtig zu melden. Ansonsten habe er in der Klinik nur Gerüchte von möglichen Manipulationen gehört.

Zudem sagte eine für die Übermittlung von Daten an Eurotransplant zuständige Angestellte der Unimedizin aus. Sie gab an, sich nicht an konkrete Anweisungen des Angeklagten zur Manipulation von Patientendaten erinnern zu können.

dpa

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