Norddeutsche Firmen wollen Ölpest stoppen

Kiel - Ein norddeutsches Firmenkonsortium hat nach eigenen Angaben eine Methode entwickelt, um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in den Griff zu bekommen.

Dabei sollen besonders leistungsfähige Pumpen und die Chemikalie Monoethylenglykol (MEG) eingesetzt werden, sagte der Geschäftsführer der Kieler Contros GmbH, die die Führung des Konsortiums übernommen hat, Daniel Esser, am Donnerstag. Damit werde verhindert, dass Pumpen und Leitungen wegen der niedrigen Temperaturen verstopfen. Er bestätigte damit einen Bericht der “vdi- Nachrichten“ (Freitag). Nach ersten Laborversuchen liege die Erfolgswahrscheinlichkeit bei rund 70 Prozent, sagte er.

“Die Idee hatten wir schon vor einiger Zeit entwickelt, der Ölunfall im Golf von Mexiko hat den Anstoß zur Umsetzung gegeben“, sagte Esser. Rund vier Millionen Euro soll der Rettungsversuch kosten, der bislang nur im Labor erprobt wurde. Zur Frage, ob es je zum Einsatz im Golf von Mexiko kommen wird, hielt sich Esser bedeckt. “Wir sind mit BP in Kontakt, eine Entscheidung gibt es noch nicht“, sagte er.

Esser und seine Partner - der Pumpenhersteller Bornemann aus Obernkirchen in Niedersachsen und das auf Unterwassertechnologien spezialisierte Beratungsunternehmen CCS Consulting aus Hamburg - setzen dabei wie schon der Mineralölkonzern BP auf einen Trichter, der das seit Wochen aus dem Bohrloch aussprudelnde Öl auffangen und an die Meeresoberfläche leiten soll. Doch sie wollen anders als BP durch eine MEG-Zugabe verhindern, dass sich in dem Trichter Methanhydrat bildet, dessen Kristalle die Trichterspitze verstopfen.

Eine hochempfindliche Echtzeitsteuerung soll dafür sorgen, dass immer die richtige Menge MEG in den Trichter gespritzt wird. Eine besonders leistungsfähige Multiphasenpumpe soll dann täglich bis zu sechs Millionen Liter des Öl-Wasser-Gemisches auf ein Schiff pumpen.

dpa

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