Zweistellige Zahl an Stichen

So grausam starb die Neunjährige in Plauen

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Polizeiabsperrung am 02.04.2013 in Plauen vor jenem Haus, in dem ein neunjähriges Mädchen erstochen worden ist.

Plauen - Eine Mutter soll ihre neunjährige Tochter brutal getötet haben. Die Polizei nannte nun Details aus dem Obduktionsergebnis, die Aufschluss darüber geben, wie sehr das Mädchen leiden musste.

Die in Plauen getötete Neunjährige ist an Stichverletzungen und Würgen gestorben. Der Körper des Mädchens habe eine zweistellige Zahl an Stichen aufgewiesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Zwickau am Mittwoch. Dies habe die Obduktion ergeben. Zudem soll das Kind mit dem Gürtel eines Bademantels stranguliert worden sein. An beidem zusammen sei es gestorben, sagte der Sprecher. Ob auf das Mädchen mit einer Schere eingestochen wurde, die Ermittler am Tatort gefunden hatten, sei noch nicht sicher.

Unter Verdacht steht die Mutter des Kindes. Ein Richter entschied am Mittwoch, dass die 49-Jährige weiterhin in psychiatrischer Behandlung bleibt. Das Amtsgericht Zwickau habe einen sogenannten Unterbringungsbefehl erlassen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Die Frau sei in eine Klinik für Forensische Psychiatrie gebracht worden. Dies wird angeordnet, wenn Verdächtige teilweise oder vollständig schuldunfähig sein könnten. Gegen die psychisch kranke Frau wird wegen Totschlags ermittelt.

Einschätzung des Landratsamtes: Keine Gefahr für Tochter

Laut Staatsanwaltschaft leidet die Frau schon seit mehreren Jahren an einer sogenannten schizoaffektiven Erkrankung, bei der abwechselnd oder gleichzeitig Schizophrenie, Depressionen sowie krankhaft manische Hochstimmungen auftreten können. Deswegen sei sie schon mehrfach stationär behandelt worden. Staatsanwaltschaft und Gericht gehen deshalb davon aus, dass die Frau zum Zeitpunkt der Tat schuldunfähig oder zumindest vermindert schuldfähig war. Bei ihrer Vernehmung machte sie keine Angaben.

Polizisten hatten das Kind am Dienstag in der Wohnung der Familie gefunden. Eine Anwohnerin hatte die Polizei alarmiert, weil die Mutter Gegenstände aus dem Fenster geworfen hatte.

Die Tochter hatte laut Landratsamt des Vogtlandkreises bis Ende Februar mehrere Monate lang überwiegend in einem Kinderheim gelebt. Sie konnte danach wieder ganz zu ihrer Mutter zurückkehren, weil nach Einschätzung des Amtes keine Gefahr für das Kindeswohl zu erkennen war.

dpa

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