Prozess gegen Jugendlichen nach Mordfall Brunner

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Ein Foto von Dominik Brunner steht auf seinem Grab, auf dem Friedhof in Ergoldsbach (Niederbayern).

München - Gut ein halbes Jahr nach dem Mord an Dominik Brunner beginnt vor dem Amtsgericht München die gerichtliche Aufarbeitung des Falles. Die Verhandlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Ein Jugendlicher muss sich unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung verantworten. Er war aber nicht dabei, als seine beiden Freunde Brunner am S-Bahnhof Solln zu Tode prügelten.

Der damals 17-jährige Christoph soll am 12. September 2009 der Wortführer gewesen sein, als die Jugendlichen eine Gruppe von Kindern bedrohten und von diesen 15 Euro verlangten. Dann aber stieg er in eine andere S-Bahn - er hat Dominik Brunner nie gesehen.

Angeklagter wieder auf freiem Fuß

Das Verfahren vor dem Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richterin Heike Adam-Mezger findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Als Zeugen sollen zwei der betroffenen Kinder und eine Passantin gehört werden. Außerdem sind zwei Sachverständige an dem Verfahren beteiligt: der Psychiater Franz Joseph Freisleder sowie ein Sachverständiger für Alkohol und Drogen vom Institut für Rechtsmedizin.

Christoph war bereits vor der Tat in einem Haus des Drogenhilfevereins Condrobs untergebracht. Aus der Untersuchungshaft war er mit der Auflage einer Alkohol- und Drogentherapie entlassen worden.

dpa

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