Rotlicht-Größe „Türken-Musa“ vor Gericht

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Die Rotlicht-Größe Musa A., genannt „Türken-Musa“ steht seit Dienstag in Hamburg vor Gericht.

Hamburg  - Eine Größe der Hamburger Rotlichtszene steht seit Dienstag vor Gericht, weil in seinem Bordell ein 16-jähriges Mädchen gearbeitet haben soll.

Der 41 Jahre alte Musa A. ist wegen Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und wegen eines Waffendeliktes angeklagt. Der mehrfach vorbestrafte Türke räumte den Besitz eine Pistole ein, wies aber die anderen Vorwürfe zurück. Der nach Presseberichten als “Türken-Musa“ in der Rotlicht-Szene gefürchtete Kampfsportler hatte laut Staatsanwaltschaft als “faktischer Betreiber“ des Bordells Tropicana die 16-Jährige zur Prostitution veranlasst. Als das inzwischen 17 Jahre alte Mädchen aber als Belastungszeugin aufgerufen wurde, verweigerte sie die Aussage. Ihr Anwalt sagte, sie würde sich mit der Aussage möglicherweise selbst belasten.

Eine Freundin des Mädchens, die ebenfalls in dem Bordell gearbeitet haben soll, verweigerte ebenfalls die Aussage. Die Amtsrichterin schlug daraufhin vor, diesen Teil der Anklage einzustellen. Zu der Waffe sagte Musa A., er müsse sich nach Morddrohungen schützen. Bei seiner Festnahme im März hatte er eine geladene Pistole und zwölf Schuss Munition dabei.

2002 aus der Haft in die Türkei abgeschoben

Nach Presseberichten war Musa A. früher eine führende Figur im Hamburger Bordellgeschäft, wurde aber im Jahr 2002 aus der Haft in die Türkei abgeschoben. 2008 kehrte er illegal zurück und soll früheren Zuhälterkollegen mit “Krieg“ gedroht haben. Tatsächlich gab es zuletzt mehrere Schießereien im Rotlichtmilieu, die bisher nicht aufgeklärt sind. Im vergangenen Jahr hatte die Polizei sogar eine Sonderkommission deswegen eingerichtet.

Laut Gericht ist Musa A. wegen vieler Delikte vorbestraft: fahrlässige Tötung, schwerer Raub, Diebstahl, Körperverletzung, Waffendelikte und mehr. Zuletzt wurde er im Jahr 2000 zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, die er vor der Abschiebung teilweise abgesessen hatte. Er ist nach eigenen Angaben schwer krank, in der Türkei auf ihn geschossen worden sei.

AP

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