Jahrzehntelang unter der Erde

Anwohner macht heiklen Fund im Wald - Polizei sperrt alles ab

In Sachsen-Anhalt hat ein Anwohner einen schockierenden Fund im Wald gemacht. Die Polizei rückte umgehend an.

  • Am Mittwoch (6. Mai) wurde in einem Waldstück in Mecklenburg-Vorpommern eine große Menge an Munition aus dem Zweiten Weltkrieg sichergestellt.
  • In Niedersachsen häuften sich die gefährlichen Funde durch Magnetangler. Die Behörden in Niedersachsen griffen nun zu einem eindringlichen Appell.
  • In Sachsen-Anhalt wurde nun eine Wurfgranate gefunden.

Update vom 20. Juni 2020: Erneut ist es zu einem brandgefährlichen Fund mitten im Wald gekommen. Diesmal hat aber nicht etwa jemand gezielt danach gesucht (siehe Update vom 22. Mai 2020). Die Entdeckung erfolgte vielmehr durch einen Anwohner aus Immekath bei Salzwedel (Sachsen-Anhalt). Das teilt die Polizei Salzwedel mit.

Dieser hat der Polizei einen Granaten-ähnlichen Gegenstand im Waldgebiet zwischen Dönitz und Immekath gemeldet. Die Beamten rückten an und sicherten den Fundort weiträumig ab. Zudem wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst angefordert. Dieser konnte den Gegenstand, welcher sich als Wurfgranate entpuppte, bergen und abtransportieren.

Diese Granate wurde nahe Immekath gefunden.

Die Polizei empfiehlt, beim Fund verdächtiger Gegenstände dem Vorgehen des Immekathers beispielhaft zu folgen und umgehend die Polizei zu informieren. Weiterhin sollte ein möglichst großer Sicherheitsabstand zu verdächtigen Gegenständen eingenommen werden und bis zum Eintreffen der Polizei ggf. andere Passanten auf die Situation aufmerksam zu machen, welche sich dem Gegenstand unbewusst nähern.

Nach diversen beunruhigenden Funden im Wald: Behörden schlagen Alarm

Update vom 22. Mai 2020: Der Fund von größeren Mengen Munition (siehe Ursprungsartikel vom 8. Mai) in Mecklenburg-Vorpommern war nicht der einzige in Deutschland, zu dem es in diesen Wochen gekommen ist. In Niedersachsen gab es sogar eine ganze Serie. 

Das hat nun den Kampfmittelbeseitigungsdienst Niedersachsen (KBD), das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) und das Landeskriminalamt Niedersachsen (LKA) zu einer gemeinsamen Mitteilung gebracht, die auf lgln.niedersachsen.de veröffentlicht wurde. Die Behörden „warnen vor unsachgemäßer Handhabung von Munitionsfunden und strafbarem Suchen ohne Genehmigung“, heißt es darin.

„Die Wahrscheinlichkeit, in Niedersachsen wie in der gesamten Bundesrepublik im Erdreich auf Munition aus den Weltkriegen zu stoßen, ist auch 75 Jahre nach Kriegsende sehr hoch“, ist in der Mitteilung zu lesen. „Rund 90 Prozent aller Fundmeldungen, die bei der Polizei oder dem Kampfmittelbeseitigungsdienst eingehen, betreffen genau solche Munition oder Munitionsreste.“

Eine Artilleriegranate aus einem Teich bei Meppen, gefunden von einem Magnetangler.

Häufig stelle sich heraus, dass der Finder mit einem Metallsuchgerät oder einer Magnetangel aktiv auf der Suche war. Dies sei ohne Genehmigung verboten.

Der eindringliche Appell: Munitionsfunde unterliegen der Meldepflicht. Und auch nach über 70 Jahren besteht Lebensgefahr. Solche Gegenstände sollen weder angefasst werden noch ihre Lage verändert oder diese gar mitgenommen werden. Stattdessen soll eine Meldung an Polizei, Ordnungsamt oder Kampfmittelbeseitigungsdienst erfolgen. „Auch in alter Kriegsmunition befinden sich nicht selten noch gefährliche Brand- oder Sprengstoffe, die eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten“, heißt es.

Die Behörden bitten auch um Hinweise, wenn Bürger entdecken, wie jemand aktiv nach alten Gegenständen sucht. Es drohen Bußgelder von bis zu 250.000 Euro.

In der Mitteilung wird aus verschiedenen Einsatzberichten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes zitiert: Am 27. April fanden demnach Vater und Sohn eine Phosphorbrandbombe beim Magnetangeln und nahmen sie mit nach Hause. Als sich später weißer Phosphor in der Bombe selbst entzündete, wurden drei Personen verletzt. Am 4. Mai fand ein weiterer Magnetangler eine Handgranate und ließ sie am Magneten am Brückengeländer hängen. Ein Foto dokumentiert zudem den Fund einer Artillerieganate in einem Teich bei Meppen durch einen Magnetangler.

Die Phosphorbrandbombe vom Einsatz am 27.04.2020.

Nicht selten kommt es in Deutschland aber auch zu Funden, bei denen keine „Schatzsucher“ unterwegs waren - das zeigt etwa die Meldung aus Mecklenburg-Vorpommern unten.

Einen VÖLLIG anderen Fund machte ein Spaziergänger in NRW im Wald. Und die Nachricht einer vermeintlich verstümmelten Hündin im Wald bei Ulm nahm eine überraschende Wende.

Erfurt: Kinder haben bei einem Freibad einen schockierenden Fund gemacht.

Schock-Fund im Wald - Wahrscheinlich wurde er von Wildschweinen freigelegt

Unser Artikel vom 8. Mai 2020:

Pasewalk - Fast 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs*, wurde am Mittwoch (6. Mai) in einem Waldstück in Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern ein spektakulärer Munitionsfund gemacht. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Polizei Neubrandenburg hervor.  

Zweiter Weltkrieg: Riesiger Munitionsfund in Mecklenburg-Vorpommern

Am Mittwochmorgen wurde die Polizei Pasewalk „zu einem Einsatz in einem Waldstück zwischen Ladenthin und Pomellen hinzugerufen“, wie aus einem Pressebericht hervorgeht.

Als die Beamten vor Ort im Wald eintrafen, sahen sie den Fund eines Jägers und alarmierten den Munitionsbergungsdienst. Der Jäger hatte sage und schreibe einhundert russische Wurfgranaten, zwanzig Gewehrgranaten, eine Handgranate und 25 Stück Infanteriemunition gefunden. Die Munition wurde schließlich durch den Munitionsbergungsdienst geborgen. 

In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein riesiger Munitionsfund aus dem Zweiten Weltkrieg gemacht.

Mecklenburg-Vorpommern: Nachsuche bringt weitere Kriegsmunition hervor

Am Donnerstag (7. Mai) erfolgte dann, wie aus dem Pressebericht der Polizei Neubrandenburg weiter hervorgeht, eine Nachsuche in dem Bereich, in dem am Vortag der Munitionsfund gemacht wurde. „Und die hat sich gelohnt“, wie sich Polizeisprecherin Katrin Kleedehn gegenüber der „Bild“-Zeitung zu dem Fund äußerte.  

Demnach wurden nämlich weitere 220 Wurfgranaten, ein deutscher Panzerfaustkopf, zwei Handgranaten und zehn Stück Infanteriemunition geborgen.

In einem Waldstück in Mecklenburg-Vorpommern wurde ein riesiger Munitionsfund aus dem Zweiten Weltkrieg gemacht. 

Die Munition habe teilweise in einem Meter Tiefe in der Erde gelegen und stamme vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren am 8. Mai sein Ende nahm*. Polizeisprecherin Katrin Kleedehn sagte: „Bei dem Fundort könnte es sich um eine sogenannte Stellung beziehungsweise einen Unterstand gehandelt haben.“ 

Wie die Bild-Zeitung schreibt, sollen offenbar Wildschweine die Granaten ausgegraben und so freigelegt haben. 

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mbr

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