Solinger Sex-Geiselnehmer: BGH soll Urteil prüfen

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Stefan G. wurde wegen Entführung und Vergewaltigung der damals schwangeren 16-jährigen Janine verurteilt.

Wuppertal - Ein verurteilter Sex-Geiselnehmer, der eine schwangere Schülerin verschleppt und vergewaltigt hat, soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft in Sicherungsverwahrung.

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Der Bundesgerichtshof solle diese Möglichkeit prüfen. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft habe deshalb Revision gegen das Urteil eingelegt, sagte Sprecherin Barbara Mayr am Donnerstag auf Anfrage. Der 29-Jährige aus Solingen war vergangene Woche vom Wuppertaler Landgericht zu zwölfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte die damals 16-Jährige im Mai auf dem Schulweg verschleppt und vier Tage lang gefangen gehalten, bis dem Mädchen die Flucht gelang.

Für eine Sicherungsverwahrung des als sehr gefährlich eingestuften Sexualverbrechers hatte der Vorsitzende Richter rechtlich keine Möglichkeit gesehen. Die Staatsanwaltschaft will nach Worten Mayrs in diesem “rechtlich besonderen Fall“ nun eine Stellungnahme des BGH einholen.

Die Deutsche Kinderhilfe hatte das Urteil einen “Justiz-Skandal“ genannt. Die Organisation hatte gefordert, dass auch bei Ersttätern, von denen eine solche Gefahr ausgehe, künftig eine Sicherungsverwahrung nach Verbüßung der Haft möglich sein müsse.

dpa

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