Zugunglück mit zwölf Toten

Staatsanwalt fordert vier Jahre Haft für Fahrdienstleiter von Bad Aibling

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Der Fahrdienstleiter Michael P. (l) unterhält sich am 28.11.2016 in Traunstein (Bayern) im Sitzungssaal des Landgerichts mit seiner Anwältin Ulrike Thole.

Bad Aibling - Am sechsten Prozesstag um das Zugunglück in Bad Aibling hat der Staatsanwalt sein Plädoyer gehalten. Er fordert vier Jahre Haft für den angeklagten Fahrdienstleiter.

Der angeklagte Fahrdienstleiter im Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft zu vier Jahren Haft verurteilt werden. Nach Überzeugung der Anklagebehörde ist der Bahnmitarbeiter der fahrlässigen Tötung in vollem Umfang schuldig. Oberstaatsanwalt Jürgen Branz hielt dem 40-Jährigen in seinem Plädoyer am Freitag „kopfloses Verhalten“ im Dienst am Unfalltag vor. Er listete eine ganze Kette von Fehlentscheidungen bei der Arbeit im Stellwerk auf.

„Er hat den Tod von 12 Menschen verursacht“

Vor allem rügte er das verbotene Handyspielen des Angeklagten bis kurz vor dem Zusammenstoß der beiden Züge am 9. Februar: „Letztlich liegt hier der Grund für die Fehlhandlungen des Angeklagten“, sagte Branz vor dem Landgericht Traunstein. Ein technischer Fehler scheide aus. "Er hat den Tod von 12 Menschen verursacht, deswegen ist er auch schuldig zu sprechen“, so Banz.

Das Urteil wird am Montag verkündet. Die Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt fünf Jahre. Bei dem Unglück starben zwölf Menschen, fast 90 wurden teils lebensgefährlich verletzt.

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