Paare orientieren sich an aktuellen Moden

Stabilere Trends bei Babynamen

Frankfurt/Main - Bei der Wahl eines Babynamens orientieren sich Paare an den aktuellsten Trends. Beliebte Namen der jüngsten Vergangenheit werden einer Studie zufolge noch populärer.

Diese langfristig stabilen Vorlieben sind ein relativ junges Phänomen. Noch vor 100 Jahren waren die Trends zu bestimmten Vornamen wesentlich kurzlebiger. Für Psychologen und Sozialwissenschaftler ist die Analyse der Namenswahl ein äußerst dankbares Thema, um die Beziehung zwischen Gesellschaft und Individuum zu studieren.

Die beliebtesten Mädchennamen

Die zehn beliebtesten Mädchennamen

Die meisten Eltern überlegen sich den künftigen Namen ihres Sprösslings gründlich, und die ausgewählten Namen werden dokumentiert. Wirtschaftliche Erwägungen spielen bei der Auswahl keine Rolle, und die Trends werden nicht durch gezielte Werbung beeinflusst.

Die beliebtesten Jungennamen

Die zehn beliebtesten Jungen-Namen

Auswertung der Register seit 1880

Nun werteten US-Psychologen der Universität New York die landesweiten Register seit dem Jahr 1880 aus und kamen zu überraschenden Resultaten. Die Modetrends für Namen waren in der Zeit von 1880 bis 1905 wesentlich kurzlebiger als heutzutage. Ein Name, der in einem bestimmten Jahr sehr beliebt war, verlor im Folgejahr eher an Bedeutung. Wenig gebräuchliche Namen wurden dagegen kurze Zeit später wieder beliebter. Im Zeitraum von 1981 bis 2006 fanden die Forscher dagegen das umgekehrte Schema: Im Gegensatz zu früher werden beliebte Name in den Folgejahren noch populärer. “Eltern in den USA registrieren die Schwankungen in der Frequenz eines Namens in der jüngsten Vergangenheit immer sensibler“, schreiben die Forscher im Fachblatt “Topics in Cognitive Science“.

Parallele zu Aktienhändlern

“Daher gelten beliebter werdende Namen als wünschenswerter als solche, die in der jüngsten Vergangenheit an Popularität eingebüßt haben.“ Dies führe zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, so die Wissenschaftler. “Namen, die verschwinden, verschwinden weiter, während aufstrebende Namen immer neue Gipfel der Beliebtheit erreichen und wiederum neue Elterngenerationen beeinflussen.“ Die Forscher sehen darin eine Parallele zwischen werdenden Eltern und Aktienhändlern an der Börse. Beide registrieren aufmerksam jüngste Trends und leiten daraus Entscheidungen für die Zukunft ab. Dass diese Tendenz nicht nur für die USA gilt, zeigt ein Blick auf die beliebtesten Namen deutscher Kinder in den letzten Jahren. In den Listen lassen sich Spitzenreiter wie Leon oder Hannah bis in die 1990er Jahre zurückverfolgen.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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