Fall Mirco: Wichtige Beweismittel gefunden

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Die Polizei sucht noch immer nach einer heißen Spur im Fall des verschwundenen Mirco.

Grefrath - Im Fall des verschwundenen Mirco sucht die Polizei weiterhin nach einer heißen Spur. Wohnungen und Autos wurden ergebnislos durchsucht. Jede Menge Müll allerdings lässt neue Hoffnung aufkeimen.

Die Polizei hat im Fall des verschwundenen Mirco nicht nur an dessen Kleidung fremde DNA-Spuren sichern können. Auch an Mircos Fahrrad, im Gelände am Ort seiner Entführung, auf dem Parkplatz und an der Stelle, wo der Entführer an der Landstraße 39 geparkt haben soll, sei DNA gesichert worden, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen der Nachrichtenagentur dpa.

Außerdem bekamen die Ermittler einen überraschenden Anruf: Der Müll vom Parkplatz, auf dem Mircos Kleidung entdeckt wurde, ist doch nicht verbrannt, wie die Sonderkommission bislang geglaubt hatte. Er lagerte zwei Wochen lang unbemerkt auf einem Bauhof in einem großen Müllcontainer, bestätigte Theveßen am Dienstag einen Bericht der “Bild“-Zeitung.

Erst bevor der Müll tatsächlich verbrannt werden sollte, informierte die Bauhof-Leitung die Polizei. Die Beamten stoppten die Abfuhr des Mülls. Nun stehen sie vor einem Berg von 17 Kubikmetern Abfall aus den öffentlichen Mülleimern der Region, der akribisch durchsucht werden muss - etwa nach Mircos Handy. 

Wohnungen und Autos durchsucht

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Die Polizei hat auf der Suche nach dem vermissten elfjährigen Mirco aus Grefrath (Kreis Viersen) Wohnungen überprüft. “Wir haben in den vergangenen zwei Wochen Wohnungen und Fahrzeuge durchsucht“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Mönchengladbach auf dapd-Anfrage. In den allermeisten Fällen hätten die Personen der Durchsuchung zugestimmt. Der Verdacht habe sich bei allen nicht bestätigt, sagte der Sprecher.

Eine heiße Spur sei weiterhin nicht vorhanden. Bis Dienstagmorgen sind laut Polizei rund 1.900 Hinweise eingegangen. Die 80-köpfige Sonderkommission sei weiter mit Zeugenvernehmungen und dem Abgleich von Aussagen beschäftigt. Gleichzeitig dauert die Auswertung von DNS-Spuren an, die an den Kleidungsstücken des Jungen sichergestellt worden waren.

Mirco war am 3. September zuletzt an einer Bushaltestelle in der Nähe einer Skater-Anlage in Grefrath gesehen worden. Von dort aus wollte er mit dem Fahrrad nach Hause fahren, kam dort aber nicht an. Die Polizei befürchtet, dass der Junge einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Sie geht davon aus, dass der Täter aus der Region stammt. dapd/hba/han

dpa

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