Tief "Daisy": Hunderte Unfälle und Flugausfälle

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Tief "Daisy" hat zu zahlreichen Unfällen und Flugausfällen gesorgt.

Hamburg - Mit starkem Schneefall in ganz Deutschland hat das Tief “Daisy“ erhebliche Verkehrsprobleme auf den Straßen und im Flugbetrieb verursacht.

Das vielfach befürchtete ganz große Chaos blieb aber aus und wurde vom Deutschen Wetterdienst auch fürs übrige Wochenende nicht mehr erwartet.

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Hunderte von Flügen mussten annulliert werden, der Nürnberger Flughafen stellte den Betrieb vorübergehend ein, nachdem eine Maschine vom Rollfeld gerutscht war. Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main fielen bis zum Nachmittag 226 Flüge aus, danach normalisierte sich die Lage langsam wieder. In nicht so großer Zahl wurden auch in München, Berlin und vereinzelt auch auf anderen Flughäfen Verbindungen gestrichen. In Nürnberg rutschte eine Boeing der Air Berlin am Freitagabend kurz vor dem Start von der Rollbahn und blieb im Schnee stecken. Die 133 Passagiere und Crew-Mitglieder blieben unverletzt und konnten die Maschine über die hintere Treppe verlassen. Das Flugzeug musste abgeschleppt werden, die Unfallursache wird untersucht. Der Flughafen blieb zweieinhalb Stunden lang gesperrt. Es ist bereits der dritte Vorfall mit einem Air-Berlin-Flugzeug innerhalb einer Woche.

Schneeverwehungen und Sturm auf Fehmarn

Kritisch war die Lage aber auf den Ostseeinseln Fehmarn und Rügen. Die Lage sei katastrophal, sagte der Bürgermeister von Fehmarn, Otto-Uwe Schmiedt, am Sonnabend. Außerhalb der geschlossenen Ortschaften waren seit dem Vormittag viele Straßen durch Schneeverwehungen und mehr als ein Dutzend steckengebliebene Fahrzeuge blockiert. Um den Rettungsdienst auf der knapp 190 Quadratkilometer großen Insel aufrechterhalten zu können, forderte Schmiedt Unterstützung vom Kreis Ostholstein an. Auf dem Festland war die Lage nach Angaben der Polizei weit weniger dramatisch.

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 “Mit etwas Verzögerung und auch nicht in dem von manchen befürchteten Ausmaß haben sich die Schneewolken des Tiefs Daisy über Deutschland breit gemacht“, erklärte der Deutsche Wetterdienst. Laut Diplom-Meteorologe Bernd Zeuschner gab es meist drei bis zehn, in den Mittelgebirgen bis 15 Zentimeter Neuschnee. Heftiger Wind sorgte vielfach für Schneeverwehungen. An den Küsten wurden für den Abend zum Teil schwere Sturmböen erwartet.

Hunderte Unfälle

Die Winterdienste waren sowohl auf den Straßen als auch den Flughäfen im Dauereinsatz, um die Schneemassen zu beseitigen. Allerdings mussten sie sich am Samstag vor allem auf Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen beschränken, viele Nebenstraßen und Gehwege blieben auch in Großstädten ungeräumt. Allein in Baden-Württemberg wurden bis zum Morgen mehr als 300 Verkehrsunfälle mit vier Schwer- und 37 Leichtverletzten registriert. In Nordrhein-Westfalen waren es 108 Unfälle, dort blieb die Verkehrslage aber auch nach Einsetzen stärkerer Schneefälle übersichtlich.

Langer Lkw-Stau an der Grenze

An der deutsch-französischen Grenze blieben bei Neuenburg in Südbaden an die 400 Lastwagen größtenteils die ganze Nacht über stehen, weil die Autobahn 35 im Elsass wegen der Schneemassen gesperrt wurde. Die Fahrer mussten bei eisiger Kälte in ihren Wagen ausharren und wurden vom Roten Kreuz mit Decken und warmen Getränken versorgt. Erst am Samstagvormittag wurde die Sperrung aufgehoben, so dass sich der vier Kilometer lange Lkw-Stau langsam auflösen konnte.

Bahnverkehr: Vereinzelte Verspätungen

Der Bahnverkehr in Deutschland lief nach Angaben eines Sprechers trotz der Schneefälle ohne große Störungen. Regional gebe es einige witterungsbedingte Verspätungen, aber keine nachhaltigen Abweichungen vom Fahrplan oder Zugausfälle. Für Auskünfte richtete die Bahn eine aus dem deutschen Festnetz kostenlose Hotline unter der Telefonnummer 08000-996633 ein. Der Deutsche Wetterdienst hob am Samstagmittag mehrere Unwetterwarnungen auf oder schränkte sie ein. Das galt vor allem für die mittleren und südlichen Landesteile, die Schneefälle verlagerten sich den Angaben zufolge allmählich nach Norddeutschland. Auf der Ostseeinsel Fehmarn kamen die Einsatzkräfte nicht mehr mit dem Schneeräumen nach, so dass der Verkehr zusammenbrach. Von Deutschlands größer Insel Rügen aus berichteten NDR-Hörer über abgeschnittene kleinere Ortschaften.

ap

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