Deutsche verlieren Vertrauen in Geistliche

Nürnberg - Feuerwehrleute, Ärzte und Polizisten genießen in Deutschland weiterhin sehr hohes Ansehen. Doch einige Berufsgruppen leiden laut GfK-Umfrage unter Vertrauensschwund.

“Hier sieht man unmittelbar, wie sich die Diskussion über die Frage Klerus - Jugendliche - Schule - Ausbildung ausgewirkt hat“, erläuterte der Vorsitzende der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Klaus Wübbenhorst, der Nachrichtenagentur dpa. Vor einem Jahr hatten noch 72 Prozent der Deutschen Vertrauen in Geistliche, 2010 waren es nur noch 55 Prozent. Innerhalb Europas reicht die Spannbreite von 86 Prozent in Rumänien bis 33 Prozent in Frankreich.

Für die repräsentative Umfrage hatte die GfK zum siebten Mal in Folge knapp 19.000 Menschen in 20 Ländern befragt. An der Spitze der Liste stehen europaweit weiterhin Berufe, die mit Helfen und Ausbildung zu tun haben. “Von Feuerwehrleuten hat man in Summe immer nur Gutes gehört, sie sind so etwas wie Helden, die kommen, wenn es brennt und sich dann ins Feuer stürzen“, sagte Wübbenhorst. Auch Lehrer genießen hohes Ansehen. Sie kamen in Deutschland auf Platz vier, europaweit sogar auf Platz zwei. Am Ende der Rangfolge stehen immer noch Manager und Politiker - letzteren vertrauen gerade einmal 14 Prozent der Deutschen.

Bankmitarbeiter kamen deutlich schlechter weg als im Vorjahr, wobei sie in der Bundesrepublik immer noch die höchste Reputation innerhalb Europas genießen. “Wir haben gesehen, dass in der Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sicherheit im Vordergrund stehen, also nicht mehr der große Erlebniskick und Glamour“, begründete Wübbenhorst auch das schlechte Abschneiden von Marketing- und Werbefachleuten.

dpa

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