Vier Tote bei Flugzeugunglück

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Das Wrack des abgestürzten Hubschraubers, rechts im Hintergrund, liegt auf einem Feld bei Ellwangen, während im Vordergrund die demolierte Cessna zu sehen ist

Aalen - Ein Hubschrauber mit vier Menschen an Bord ist am Sonntagnachmittag bei einem Volksfest in der Nähe von Ellwangen mit einem Kleinflugzeug zusammengestoßen und explodiert.

Schock beim Flugplatzfest in Ellwangen- Erpfental im Ostalbkreis: Rund 1000 Besucher wollten sich über den Flugsport informieren oder auch selbst mal eine Runde durch die Luft drehen. Während sie im ausgeräumten Hangar auf Bänken bei Kaffee, Kuchen und Bier saßen, stießen plötzlich nur 500 Meter von ihnen entfernt ein Hubschrauber auf einem Rundflug und ein Kleinflugzeug vom Typ Cessna 172 zusammen. Alle vier Männer im Helikopter, der Pilot und drei Fluggäste, starben.

Hubschrauber stürzte senkrecht auf Feld

Der Hubschrauber war senkrecht auf ein abgeerntetes Getreidefeld gestürzt und in Brand geraten. Der 57-jährige Pilot der Cessna schaffte es noch, die manövrierunfähige Maschine im Gleitflug aufs Flugfeld zu bringen. Bei der Bruchlandung am Beginn der rund 800 Meter langen Graspiste wurde er schwer verletzt. Das Flugzeug, das zuvor Fallschirmspringer abgesetzt hatte, bohrte sich mit dem Bug in die Erde.

Das Wrack des abgestürzten Hubschraubers liegt auf einem Feld bei Ellwangen.

Das Fest wurde nach Polizeiangaben sofort abgebrochen. “Die Gäste waren aber nicht gefährdet“, betonte ein Polizeisprecher. “Es gab keine Flug-Show.“ Mitglieder der Fliegergruppe Ellwangen e.V., die das Fest organisiert hatte, waren sofort zur Absturzstelle des Hubschraubers gerannt. Helfen konnten sie nicht mehr, wie der Sprecher berichtete. Der Helikopter auf dem Stoppelfeld brannte lichterloh. Notfallseelsorger betreuten sie. Wer die Toten sind, war zunächst nicht bekannt.

Kollision in relativ niedriger Höhe

Die Kollision hatte sich nach ersten Ermittlungen in relativ niedriger Höhe ereignet. Der Hubschrauber aus Weiden in der Oberpfalz und die Cessna aus Nördlingen (ebenfalls Bayern) befanden sich auf dem Rückflug, wie der Polizeisprecher weiter berichtete. Ein Augenzeuge hatte als erster Alarm geschlagen. Er hatte beobachtet, wie sich Helikopter und Cessna gefährlich nahe gekommen waren und dann einen Explosionsknall gehört. Zur Unglücksursache konnte die Polizei noch nichts sagen. Am Abend wurden Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) aus Braunschweig an der Unglücksstelle erwartet.

Oettinger sprach Angehörigen Mitgefühl aus

Baden-Württembergs Regierungschef Günther Oettinger (CDU) reagierte mit Betroffenheit auf die Unglücksnachricht. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Auf dem Flugfeld Erpfental dürfen Segelflugzeuge, Motorsegler, Ultraleichtflugzeuge und Motorflugzeuge bis zu einem maximalen Abfluggewicht von 2000 Kilogramm starten und landen, wie es auf der Internet-Seite der Ellwanger Fliegergruppe heißt. Der Verein veranstaltet dort einmal im Jahr ein Fest, um über den Luftsport zu informieren, wie ein Sprecher der Gruppe sagte. Er zeigte sich geschockt über das Unglück. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.

Von Gisela Mackensen, dpa

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