Weiteres Todesopfer nach rätselhafter Therapiesitzung

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Ein Polizist steht vor einem Haus im Berliner Stadtteil Hermsdorf. Bei einer Therapiesitzung sind dort zwei Menschen getötet worden.

Berlin - Nach der Vergiftung von zwölf Patienten bei einer Therapiesitzung in Berlin ist am späten Samstagabend ein weiteres Opfer gestorben.

Ein 28 Jahre alter Mann erlag in der Nacht den Folgen der

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Vergiftungen. Er hatte zuvor im Koma gelegen. Bereits am Nachmittag hatte die Vergiftung ein erstes Todesopfer gefordert. Ein anderes Vergiftungsopfer liegt zur Zeit noch im Koma, sein Zustand wird als kritisch bezeichnet. Dagegen konnten die zehn weitere Betroffene das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen.

Bei der Gruppensitzung hatten die Teilnehmer am Nachmittag eine bisher unbekannte Substanzen eingenommen. Ein 50 Jahre alter Arzt wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Mittlerweile hat er eingeräumt, seinen Patienten verschiedene Substanzen und Drogen verabreicht zu haben. Das sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Sonntag auf AP-Nachfrage.

Ein Teilnehmer der Sitzung hatte am Nachmittag die Feuerwehr alarmiert. Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

In dem Haus in der Bertramstraße im Stadtteil Hermsdorf ist eine Praxis für Psychotherapie untergebracht. Auf dem Praxisschild bietet der Arzt Suchttherapie, “Tiefenpsychologisch fundierte Einzel- und Gruppentherapie“ sowie “Hilfe bei spirituellen Krisen“ an. Nach Angaben von Nachbarn war die Familie des Therapeuten zu Jahresanfang in das Haus eingezogen.

Der Tatort wurde abgeriegelt. Hermsdorf ist eine ruhige, eher bürgerliche Gegend im Norden Berlins. Die Nachbarn zeigten sich fassungslos. Wo sich die Kinder der Familie aufhalten, war offen, ebenso, ob die Frau des Arztes und Praxis-Mitinhaberin an der Sitzung beteiligt war. Augenzeugen wollen die Frau mit den Kindern am Nachmittag vor dem Haus gesehen haben. 

dpa/AP

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