10.000 Menschen müssen aus ihren Häusern

Viersen: Bombe soll in der Nacht gesprengt werden

Viersen - Brenzlige Situation in Viersen: Bauarbeiten fördern mitten im Zentrum der 75.000-Einwohner-Stadt eine Bombe aus dem Weltkrieg zutage. Der Zünder gilt als besonders gefährlich.

Eine Weltkriegsbombe hat das niederrheinische Viersen in einen Ausnahmezustand versetzt. Im Laufe des späten Montagabend sollte die kontrollierte Sprengung der Bombe über die Bühne gehen. Die Evakuierung der Innenstadt sei „so gut wie abgeschlossen“, teilte die Stadt am Montagabend mit. Der Kampfmittelräumdienst könne „demnach jeden Moment mit der Sprengung beginnen“. Knapp 10.000 Menschen seien seit dem Nachmittag in Sicherheit gebracht worden.

„Bei dem Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelt es sich um eine tückische Bombe, die wegen des Säurezünders nicht entschärft werden kann“, erläuterte die Stadt. Vor drei Wochen war in München durch eine Bombe mit Säurezünder ein Millionenschaden entstanden. Der Blindgänger konnte ebenfalls nicht entschärft werden und wurde gesprengt.

Auch in Hamburg war ein Blindgänger aus dem Krieg entdeckt worden. Er sollte noch am Abend entschärft werden. Die Polizei wollte dafür im Radius von 300 Metern ein Sperrgebiet einrichten. Von der Evakuierung seien etwa 700 Personen betroffen, sagte ein Sprecher. Die Bombe hat eine andere Art von Zünder als in Viersen - einen Heckaufschlagzünder.

Bei einer Pressekonferenz in Viersen hieß es am Abend, der Kampfmittelräumdienst könne nicht ausschließen, dass die Bombe bei Bauarbeiten bewegt und dadurch der chemische Zeitzünder aktiviert worden sei. 5000 bis 8000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Innenstadt wurde in einem Radius von 1000 Metern um den Fundort geräumt, teilte Peter Abrahams von der Stadt Viersen mit.

„Anwohner werden mit Bussen in drei kurzfristig bereitgestellte Turnhallen gebracht“, berichtete die Stadt nach Beginn der Evakuierung am Nachmittag. Der Kampfmittelräumdienst habe festgsetellt, dass die Bombe gesprengt werden müsse.

Zunächst berichtete die Stadt von einer Fünf-Zentner-Bombe. Später hieß es, es sei unklar, wie groß genau der Blindgänger ist.

Auch in München hatten es die Sprengmeister mit einer mit Säurezünder versehenen 250 Kilogramm schweren Bombe zu tun. Der Blindgänger im zentralen Stadtteil Schwabing konnte ebenfalls nicht entschärft werden und wurde daher am 28. August gesprengt. Die Druckwelle beschädigte etliche Häuser. Fassaden wurden eingedrückt, Fenster gingen zu Bruch, Dachstühle fingen Feuer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolfoto

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