Demjanjuk sitzt im Flugzeug nach München

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Auf dem Flughafen Cleveland sahen Reporter, wie Polizisten einen Mann in einem Rollstuhl aus einem Krankenwagen an Bord brachten.

München - Die USA haben den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk nach Deutschland abgeschoben. Ein zweimotoriges Flugzeug mit dem 89-Jährigen an Bord startete am Montagabend in Cleveland.

Ein Flughafensprecher bestätigte, dass Demjanjuk an Bord sei. Die Ankunft der Maschine in München wurde für Dienstagmorgen erwartet. Der 89-Jährige werde von einem Arzt intensiv medizinisch betreut. Die Münchner Staatsanwaltschaft will Demjanjuk wegen Beihilfe zum Mord an 29.000 Juden im Vernichtungslager Sobibor vor Gericht stellen.

Einer der Gründer des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Rabbi Marvin Hier, sagte, das Verfahren gegen Demjanjuk werde wahrscheinlich der letzte Prozess dieser Art sein. “Seine Arbeit im Todeslager Sobibor bestand darin, Männer, Frauen und Kinder in die Gaskammer zu stoßen“, erklärte Hier. “Er kannte keine Gnade, kein Mitglied und kein Bedauern für die Familien, der Leben er zerstörte.“

Auf dem Flughafen Cleveland Burke Lakefront sahen Reporter, wie Polizisten einen Mann in einem Rollstuhl aus einem Krankenwagen an Bord des Flugzeugs brachten. Zuvor war Demjanjuk noch einmal der Einwanderungsbehörde von Cleveland vorgeführt worden.

Mit der Abschiebung endet ein jahrelanges juristisches Tauziehen. Am Donnerstag vergangener Woche lehnte der Oberste Gerichtshof in Washington einen Stopp der Abschiebung ab. Zuvor hatte ein Gericht in Cincinnati Demjanjuks Abschiebung am 14. April noch einmal in letzter Minute gestoppt, nachdem die Familie des 89-Jährigen wegen dessen Gesundheitszustand Einspruch eingelegt hatte.

AP

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