Meerbusch

Zugunglück in NRW mit 47 Verletzten: Personenzug war auf dem falschen Gleis

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Zugunglück in Meerbusch: Am Dienstagabend war eine Regional-Express auf der Strecke von Köln nach Krefeld (RE7) auf einen stehenden Güterzug geprallt.

In Meerbusch (NRW) bei Neuss ist ein Regionalzug der Linie RE 7 auf einen stehenden Güterzug aufgefahren. Offenbar hat der Lokführer Schlimmeres verhindert. Lesen Sie den News-Ticker.

  • Bei einem Zug in Nordrhein-Westfalen sind viele Menschen verletzt worden: Laut Bundespolizei wurden 50 Menschen verletzt, davon neun schwer.
  • Ein Regionalzug (Regional-Express-Linie 7 von Köln nach Krefeld) ist auf einen stehenden Güterzug von DB Cargo aufgefahren.
  • Bis nach Mitternacht waren die Rettungskräfte mit der Evakuierung des verunglückten Zugs beschäftigt.
  • Strecke für Zugverkehr bleibt am Mittwoch gesperrt.


Update vom Mittwoch, 12.58 Uhr: Im verunglückten Regionalzug RE7 waren nach Angaben des Rettungsdienstes deutlich mehr Reisende als bisher angenommen. Es seien 173 Menschen in dem Regionalzug angetroffen worden, sagte Marc Zellerhoff, der ärztliche Leiter Rettungsdienst im Rhein-Kreis am Mittwoch in Meerbusch. Zunächst war von rund 150 Insassen die Rede gewesen. Nach Angaben Zellerhoffs, wurden sieben Menschen schwer verletzt, ein weiterer erlitt einen Oberschenkelhalsbruch und musste mit einem Rettungshubschrauber transportiert werden. Er wollte sich zunächst nicht auf eine genaue Zahl von Verletzten festlegen.

Update vom Mittwoch, 12.00 Uhr: Der Personenzug war auf dem falschen Gleis unterwegs, der Zug hätte den Gleisabschnitt nicht befahren dürfen. Das sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen in Bonn am Mittwoch auf dpa-Anfrage. 

Warum der Zug die Strecke bei Meerbusch dennoch befuhr, müsse nun geklärt werden, erklärte die Ermittlungsstelle. Dies sei keine Schuldzuweisung an den Lokführer, betonte Sprecher Gerd Münnich: So müsse etwa noch ermittelt werden, ob etwa die Signale falsch geschaltet gewesen seien oder vom Lokführer übersehen wurden.

Update vom Mittwoch, 10.28 Uhr: Die Bergungsarbeiten der verunglückten Züge laufen. Mit einem schweren Kran soll im Laufe des Tages der verunglückte und stark beschädigte Güterzug in Meerbusch bei Neuss beseitigt werden. Dann soll die zerstörte Oberleitung beseitigt werden.

Update vom Mittwoch, 9.00 Uhr: Nach dem Zugunglück in Meerbusch bei Neuss rechnet der betroffene Zugbetreiber National Express fest mit einer erfolgreichen Suche nach der Unfallursache. „Es ist bei solchen Unglücken eigentlich immer im Nachhinein herausgekommen, wo das Problem lag“, sagte Marcel Winter, der Sprecher von National Express Rail, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochmorgen. Im Bahnverkehr werde fast alles aufgezeichnet und gespeichert. „Manchmal zieht sich die Suche etwas hin, manchmal geht es schneller“, sagte er weiter. Winter zeige sich überzeugt, dass im Laufe des Mittwochs noch kein Zug über die Strecke fahren kann.

Zugunglück in NRW mit 50 Verletzten - Fehlersuche läuft

Update vom Mittwoch, 6.16 Uhr: Nach dem Zugunglück mit 47 Verletzten im nordrhein-westfälischen Meerbusch könnte die Fehlersuche noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bis die Untersuchungen abgeschlossen seien und die betroffene Strecke zwischen Neuss und Krefeld wieder freigegeben werden könne, werde es unter Umständen noch Tage dauern, sagte Marcel Winter, Sprecher des Zugbetreibers National Express Rail GmbH, der Deutschen Presse-Agentur am frühen Mittwochmorgen.

National Express strich zunächst alle Fahrten auf der Strecke und richtete zwischen Neuss und Krefeld einen Busersatzverkehr ein. Wann die Strecke wieder freigeben wird, hänge von den Ermittlungen zur Unfallursache ab, sagte Winter. Unter anderem müsse auch das Gleisbett auf Schäden überprüft werden. Die Deutsche Bahn rechnet trotz der Streckensperrung nicht mit Auswirkungen auf den Regionalverkehr. Dies sei „nach aktuellem Kenntnisstand“ nicht zu erwarten, sagte ein Bahnsprecher.

Dass nicht noch Schlimmeres passiert ist, ist offenbar auch dem Lokführer des Regionalzugs zu verdanken: Mit einer Vollbremsung habe er nach ersten Erkenntnissen Schlimmeres verhindert und unter anderem sein eigenes Leben gesichert, sagte der Sprecher von National Express Rail.

Update vom Dienstag, 22.55 Uhr: Mit einer Notbremsung hat der Lokführer des Personenzugs am Dienstagabend bei Meerbusch in Nordrhein-Westfalen einen noch schwereren Zusammenprall verhindert. „Der Triebfahrzeugführer hat eine Vollbremsung eingeleitet“, sagte Marcel Winter, der Sprecher des betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmens National Express, der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann habe sich damit vermutlich selbst das Leben gerettet.

Update 22.20 Uhr: Viele Schaulustige versammeln sich vor den Absperrungen am Einsatzort. Die Feuerwehr Meerbusch hat deswegen extra in einer Mitteilung darauf hingewiesen, die Einsatzstelle zu meiden. Die Adresse für Angehörige vor Ort: Q1 Tankstelle, Meerbuscher Str. 96, 40670 Meerbusch.

Update 21.56 Uhr: Nach Angaben von Bild-Reporters vor Ort gibt es sechs Schwerverletzte. Ein Kreissprecher sagte bild.de, es gäbe insgesamt 47 Verletzte. Die Feuerwehr Meerbusch teilt auf ihrer Homepage mit, dass es hingegen fünf Personen verletzt sein sollen, keine davon lebensgefährlich. Auch die Bundespolizei spricht von fünf Verletzten, die leichte bis mittelschwere Verletzungen erlitten haben sollen. Ein Reporter des WDR berichtet von drei Schwer- und 41 Leichtverletzten. Offenbar wurde niemand tödlich verletzt.

Nach Angaben von bild.de gibt es sechs Schwerverletzte. Ein Sprecher sagte bild.de, es gäbe insgesamt 47 Verletzte.

Update 21.20 Uhr: Über die Zahl möglicher Verletzter bei dem Zugunglück in Meerbusch in Nordrhein-Westfallen gibt es weiterhin widersprüchliche Angaben. Ein Sprecher der Feuerwehr Meerbusch sagte der Deutschen Presse-Agentur, es seien nur ein paar Menschen - etwa fünf - verletzt worden, niemand schwer, die Bundespolizei hatte dagegen zuvor von womöglich 50 Verletzten gesprochen. Der Feuerwehrsprecher sagte, abgerissene Oberleitungen erschwerten den Einsatzkräften vor Ort den Zugang zu den Leuten im Zug. Es handle sich um etwa bis zu 150 Reisende.

Über die Zahl möglicher Verletzter bei dem Zugunglück in Meerbusch in Nordrhein-Westfallen gibt es weiterhin widersprüchliche Angaben.

Update 21:15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (63) verfolge das Unglück, wie Regierungssprecher Steffen Seibert (57) via Twitter mitteilte.

Update 20.55 Uhr: Ursache für den Zusammenstoß soll nach Angaben des WDR ein stehender Güterwagen gewesen sein. Der RE 7 (National Express) sei auf den stehenden DB Cargo aufgefahren. Zwischen Neuss Hbf und Krefeld Hbf wurde ein Notverkehr eingerichtet. Im Zug sollen sich zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes nach Angaben der Feuerwehr Meerbusch ca. 150 Personen befunden haben. 

Erstmeldung: Zugunglück in Meerbusch

Meerbusch - Nach ersten Angaben der Polizei wurden bei dem Unfall am Dienstagabend mehrere Menschen verletzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP wurden ca. 50 Menschen verletzt, wie ein Sprecher der Bundespolizei in St. Augustin sagte. Lokale Medien berichten von weniger Verletzten, die Angaben sind derzeit widersprüchlich. Auch zum genauen Unfallablauf konnte ein Sprecher noch keine sicheren Angaben machen. 

Die Feuerwehr habe inzwischen damit begonnen, die Fahrgäste aus dem Zug zu holen, sagte er. Nach Angaben von ZDF-Landesstudio Nordrhein-Westfalen sind ein National Express und ein DB Cargo zusammengestoßen. 

Meerbusch liegt nur wenige Kilometer von Düsseldorf entfernt. Offenbar liegt die Unfallstelle innerhalb des Bahnhofs des Meerbuscher Ortsteils Osterath.

dpa/Matthias Kernstock/Video: Glomex

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