A-cappella-Formation Wise Guys in Alter Oper Frankfurt

Vokalakrobaten verbreiten gute Laune

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Frankfurt - Es gibt wenige Musikgruppen, denen es gelingt, ganze Familien zu Fans zu machen. Die Wise Guys jedoch sind so eine. Was die fünf A-cappella-Künstler produzieren, kommt bei Achtjährigen genauso gut an wie bei der Oma, die Eltern inbegriffen. Von Maren Cornils 

Dabei ist das Erfolgsrezept ganz einfach: Die fünf Kölner singen Deutsch ohne instrumentale Begleitung und begeistern nicht nur durch tolle Stimmen, sondern vor allem durch witzige Texte. Vor allem aber verbreitet das Quintett ansteckend gute Laune.

Ein Phänomen, keine Frage, und so platzt der Große Saal der Alten Oper Frankfurt denn auch aus allen Nähten. Ihr neues Album „Achterbahn“ will die Band in Frankfurt vorstellen, und dass selbiges bereits kurz nach der Veröffentlichung auf Platz zwei der Albumcharts landete, zeigt, dass die sympathischen Gesangskünstler auch weit außerhalb des Rheinlands beliebt sind. Dem „tendenziell kritischen Publikum in Frankfurt“ macht Bandleader Daniel Dickkopf dennoch gleich zu Beginn ein Versprechen: „Wir haben natürlich nicht nur neue, sondern auch alte Wise-Guys-Songs im Gepäck“. Eine Ansage, für die der Blondschopf tosenden Applaus kassiert.

„Dickes Ding“, „Achterbahn“, „Lauter“, „Buddy Biber“, „Ich kann nur den Refrain“ oder das Choral-ähnliche „Dein Blick“ – ganz gleich, in welchem Rhythmus sich das Quintett eingroovt: Das Publikum ist begeistert, klatscht, singt mit und quittiert jede Pointe mit lautem Gelächter.

So wirkt Musik auf unseren Körper

So wirkt Musik auf unseren Körper

Doch die fünf „Besserwisser“ (Wise Guys) sind nicht nur begnadete Sänger und talentierte Sunnyboys. Sie besitzen auch schauspielerisches Talent. Zudem wird ihre Musik stets von ausgeklügelten Choreografien begleitet, die einer Boyband würdig wären. Das beweisen sie nicht nur in dem von Andrea Figallo vorgetragenen „Drive Like An Italian“ zu den ausschließlich mit dem Mund produzierten Beats des Bangles-Songs „Walk Like An Egyptian“, sondern auch bei „Buddy Biber“, das sich wie ein gespielter Comic ausnimmt und mit lautmalerischen Effekten aufwartet.

Andrea Figallo, Nils Olfert, Daniel Dickkopf, Ezard Hüneke und Marc Sahr – jeder darf solo brillieren. Trotz allem sind die Jungs, die sich mehrheitlich aus ihrer Schulzeit in Köln kennen, immer dann am besten, wenn sie zusammen singen. Ein Ohrenschmaus, der beweist, dass deutsche Musik weder schnulzig, noch gerappt sein muss, um anzukommen.

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