Wie am Schnürchen

Frankfurt - Er singt Barry White-Songs. Es ist eine Show im Andenken an den 2003 verstorbenen Soul-König. Und doch ist es sein Abend: Eric Conley ist mit „A Tribute To Barry White“ im Laufe der Jahre selbst populär geworden, zumindest in Fan-Kreisen. Von Anke Steinfadt

Wenn er von der Bühne hinab steigt, um singend durch die Reihen zu spazieren, schüttelt er massenhaft Hände und posiert gut gelaunt mit Verehrerinnen für Handy-Fotos.

Gut beleibt ist der Sänger aus Arlington im US-Staat Georgia, doch ist er im Gegensatz zum schwergewichtigen Original eher eine halbe Portion. Seine bassig-sonore Stimme – bereits als Sechsjähriger trat er mit Gospel-Chören auf – erinnert stark an Barry White, wenngleich sich der Vergleich aufgrund der unperfekten Tonqualität im nahezu ausverkauften Großen Saal der Alten Oper nicht vollständig nachvollziehen lässt.

Der erste Teil des Programms verläuft ruhig

Der erste Teil des Programms verläuft ruhig. Balladen à la „September, Remember“ reihen sich zum melodischen Klangteppich. Es ist stockdunkel, die Bühneneffekte sind schlicht. Scheinwerfer senden von der Decke bunte Lichter, unregelmäßig wabert etwas Trockennebel. Die Show ist konzentriert auf den Sänger und das hervorragende Orchester. Achtzehn Musiker aus aller Welt – davon acht mit Streichinstrumenten neben Keyboards, Percussions und Trompeten – und zwei Hintergrundsänger steuern die Zuhörer in einen meditativen Sog. Und dann erklingt wie ein Weckruf „What Am I Gonna Do With You“. Sofort springen die Ersten klatschend auf. Ein Vorgeschmack auf Teil zwei.

In der Pause hat Conley den dunklen Anzug gegen einen feuerroten getauscht, es dauert nur wenige Minuten bis sich zu „My First, My Last, My Everything“ die Zuschauer bis in die letzte Reihe von ihren Sitzen erhoben haben. Rhythmisch geht es weiter, begleitet von zwei Tänzerinnen. Zum Verschnaufen gibt es „Never Gonna Give You Up“ und der von Barry White selbst häufig interpretierte Billy-Joel-Klassiker (I Love You) „Just The Way You Are“.

Der Abend verläuft wie am Schnürchen

Der Abend verläuft wie am Schnürchen – vom pünktlichen Beginn bis zur abschließenden Werbung für den nächsten Auftritt im Januar 2013. Zum Abschied ruft Conley „God Bless You“ und „We Love You“, und die Orchestermitglieder verbeugen sich am Bühnenrand. Beim Rausgehen hallt der Sound der 70er noch im ganzen Körper nach.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Rike

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