Abba macht glücklich

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Glitzerkostüme und unverwüstliche Schlager: Das Ensemble der Musical-Produktion bürgt in der Jahrhunderthalle für solide Unterhaltung.

Frankfurt - Abba-Songs machen glücklich. Die mit den Gute-Laune-Rhythmen ebenso wie die Balladen. Deshalb sind sie wohl auch unverwüstlich. Im Musical „Mamma Mia“ folgt ein Abba-Hit dem nächsten, eingebettet in die Geschichte der 20-jährigen Sophie, die herausfinden möchte, wer ihr Vater ist. Von Anke Steinfadt

Die Tournee-Version des 1999 uraufgeführten Originals ist bis Mitte Februar in der Frankfurter Jahrhunderthalle zu erleben. Es beginnt mit „I Have A Dream“ und den Hochzeitseinladungen, die Sophie an ihre drei möglichen Erzeuger versendet. Danach dauert es eine Weile, bis die Inszenierung in Schwung kommt. Zunächst einmal reisen die Hochzeitsgäste auf der griechischen Insel an, wo Sophie mit ihrer Mutter Donna lebt: Die drei in Frage kommenden Väter Sam, Harry und Bill, Freunde des Brautpaars, sowie die Jugendfreundinnen der Mutter, mit denen sie einst die Band „Donna & the Dynamos“ bildete.

Das Trio sorgt für Witz und Tempo, als es mit Fön, Haarbürste und Deoroller als Mikrofon bewaffnet „Dancing Queen“ zum Besten gibt. Apropos Mikrofon: Sie sind so unauffällig an den Köpfen der Protagonisten versteckt, dass der Zuschauer sie vergeblich sucht.

„Mamma Mia“ läuft noch bis 14. Februar in der Jahrhunderthalle.

Das Bühnenbild ist spartanisch. Ein türkis-blauer Hintergrund soll das Meer symbolisieren. Zwei Gemäuer-Elemente, die bunkerartig anmuten, markieren in unterschiedlichen Positionen jeweils die Kulissen für den Anlegehafen, den Innenhof und das Gästezimmer. Abwechslungsreich und farbenfroh sind die Kostüme, die besonders dann zur Geltung kommen, wenn das komplette, etwa 30-köpfige Ensemble singend und tanzend über die Bühne wirbelt.

Grundsätzlich beeindruckend an Mamma Mia ist, wie geschickt Dialoge und Handlung thematisch mit den original Songtexten verwoben sind. Abba-Mitbegründer Björn Ulvaeus soll einmal gesagt haben: „Das ist ein Musical, von dem wir gar nicht wussten, dass wir es geschrieben haben.“ Der Britin Cathrine Johnson ist dieser Kunstgriff meisterlich gelungen.

Stimmlich wird in Frankfurt Solides, jedoch nicht Überragendes geboten. Die Musik kommt hauptsächlich vom Band, einige Passagen werden durch Gitarristen akzentuiert. Es gibt einige bildhafte Szenen, die jedoch, wenn der Vergleich auch unangemessen ist, mit den fulminanten Filmbildern, sofern man sie im Kopf hat, nicht mithalten können. Zum Finale gibt es Partystimmung in Glitzerkostümen und ein gut gelauntes Premierenpublikum.

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