Akustikrock begeistert

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Grammy- und Oscargewinnerin: Melissa Etheridge in Neu-Isenburg auf der Bühne.

Neu-Isenburg . Viele Jahre war Melissa Etheridge nicht mehr auf Deutschland-Tournee. Nun gibt sie acht Konzerte. Erste Station: Neu-Isenburg. Das Auftakt-Konzert war bereits Wochen im Vorfeld ausverkauft. Von Anke Steinfadt

Aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet haben sich die Fans auf den Weg in die Hugenottenhalle gemacht, um die Sängerin mit der unvergleichlichen Stimme endlich wieder einmal live auf der Bühne zu erleben. Frauen und Männer in ausgewogenem Verhältnis, kaum jemand unter Vierzig.

Ohne Vorgruppe geht es pünktlich auf die Minute los. Mit den ersten Takten von „Fearless Love“, dem titelgebenden Stück des aktuellen Albums, fliegen der Amerikanerin die Herzen zu. Begleitet von Schlagzeug, Gitarre und Bass rockt die ebenfalls Gitarre spielende Etheridge mächtig los. Und so bleibt es, ab und zu durch eine Balladen entschleunigt, insgesamt zwei Stunden lang. Ein gitarrendominierter Soundteppich in dem das tiefe, erdige Organ der im Verhältnis zierlichen Sängerin stets die Oberhand behält. Das Publikum bekommt genau das, was es erwartet: Handgemachten, uramerikanischen Akustikrock. Dazu eine authentische Musikerin, die herrliche Grimassen schneiden, aber auch tief empfundene Worte an ihre Fans richten kann.

Etheridge kämpft für Frauenrechte, macht sich für Demokratie und die Umwelt stark

Die Songs der 50-Jährigen, die seit rund 25 Jahren ihren festen Platz im Musikgeschäft behauptet und mittlerweile einen Oscar sowie zwei Grammys erhalten hat, kreisen sich hauptsächlich um persönliche Erfahrungen und Gefühle. Sie sind Spiegel eines bewegten Lebens, das 1993 mit dem Bekenntnis zur Homosexualität, später mit der Überwindung des Brustkrebses viel Stoff für die Massenmedien bot. Dazu stellte Etheridge ihre Popularität stets in den Dienst der guten Sache. Sie kämpft für Frauenrechte, macht sich für Demokratie und die Umwelt stark. Auch von diesen Themen handeln ihre Lieder. Das Publikum ermuntert sie: „Verleugnet euch nicht, geht euren Weg, findet Liebe in euch selbst.“

Es sind die Klassiker des Repertoires, mit deren unermüdlich frischer Darbietung Melissa Etheridge ihre Fans glücklich macht - als da wären „I Wanna Come Over“, „Come To My Window“ oder auch die Ballade „Precious Pain“. Und natürlich sind es die ganz großen Hits „Bring me some Water“ und „Like The Way I Do“, die die Halle endgültig zum Beben bringen. Sie werden als Sahnehäubchen zum Abschluss dargeboten, in extra-langen Versionen, angereichert durch Gitarrensoli und spaßige Interaktionen mit den Band-Mitgliedern. Das mitsingende und -klatschende Publikum würdigt Melissa Etheridge mit den Worten: „Ihr ward immer gut zu mir, auch als ich noch in kleinen Clubs gespielt habe.“ Auf Deutsch sagt sie mehrmals „Dankeschön“ und ganz zuletzt auch noch „Auf Wiedersehen“.

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