Alte Musik in Offenbach neu entdeckt

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Mit der venezianischen „Sinfonia Seconda“ op. 11 (1622), der „Sonata Seconda“ und „Sonata in Dialogo“ op. 8 (1623) von Salomone Rossi standen Neuentdeckungen Alter Musik am Anfang.

Offenbach - Ein virtuos aufspielendes „Barock-Quartett“ aus Daniela Wartenberg (Barockcello), Peter Spohr (Traversflöte), Martin Letz (Barockoboe) und Olaf Joksch (Cembalo) bot in Offenbachs Französisch-Reformierter Kirche hochkarätige Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts auf. Von Reinhold Gries

Mit der venezianischen „Sinfonia Seconda“ op. 11 (1622), der „Sonata Seconda“ und „Sonata in Dialogo“ op. 8 (1623) von Salomone Rossi standen Neuentdeckungen Alter Musik am Anfang. Olaf Joksch stellte im Solo den noch weniger bekannten Michelangelo Rossi vor. Dessen „Toccata settima“ schien dem Cembalisten auf den Leib geschneidert, als er mit abrupten harmonischen Wendungen und bizarr sprudelnden Läufen überraschte. Auch der einst in Mailand und London auftrumpfende Meisteroboist Giuseppe Sammartini war lange vergessen. Seine viersätzige Sonate G-Dur für Oboe und Basso continuo bot neben vielfältiger Melodik diffizilste Passagen, die Letz in überragender Spieltechnik bewältigte.

Hohe Anforderungen stellte Georg Philipp Telemanns Trio e-Moll für Querflöte, Oboe und Basso continuo. Das Affetuoso brachte fliegende Wechsel und überraschende Pausen, nach raffinierten Echoeffekten strahlte das Dolce viel Schmelz aus, bevor das Vivace mit flirrenden und pulsierenden Spieleffekten begeisterte.

Dass „Vielschreiber“ Telemann auf eine Stufe mit Bach und Händel zu stellen ist, machte Daniela Wartenbergs Solo in der Sonate D-Dur deutlich, mit spritzigen Allegro-Wirbeln und sanglichem Spiel. Der Oberräder Peter Spohr stellte in Georg Friedrich Händels Hallenser Triosonate op. 2 Nr. 5 g-Moll auf der Crone-Flöte den Schönklang in den Vordergrund und hielt seine Linie ebenso bei wie sein kongenialer Partner an der Oboe.

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