BAP im Amphitheater

Sein Zauber wirkt noch

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BAP-Gründer Wolfgang Niedecken ging in Hanau auf eine musikalische Weltreise.

Hanau - „Wenn ihr euch beim Klatschen an Rhani orientiert, könnt ihr nichts falsch machen.“ Das sagt Wolfgang Niedecken, nachdem sein Perkussionist Rhani Koijna bei dem Song „Rita“ das Publikum im ausverkauften Hanauer Amphitheater dazu animiert hatte, im Takt des Liedes mitzuklatschen. Von Thomas Ungeheuer

Niedecken selbst verbringt fast das gesamte dreistündige Konzert im Sitzen. Wie die meisten Mitglieder seiner sechsköpfigen Band, mit der er zur Eröffnung des Hanauer Kultursommers „eine musikalische Weltreise“ unternimmt. So klingt denn auch der Song „Magdalena“ orientalisch angehaucht. Leicht fällt dies „Niedeckens BAP“, weil bis auf Michael Nass’ Hammond-Orgel fast nur akustische Instrumente und relativ wenige elektrische Effektgeräte zum Einsatz kommen.

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Erstaunlich weich und farbenreich klingt der Sound dieser Band, in der vor allem die Multiinstrumentalistin Anne de Wolff hervorsticht. Virtuos zeigt sich die gebürtige Dresdenerin nicht nur an der Violine, dem Cello, der Mandoline oder der Posaune, sondern auch an diversen anderen Instrumenten. Mit ihrem Mann, dem Gitarristen Ulrich Rode, bestimmt sie maßgeblich die Klangfarben der Stücke, von denen nicht wenige aus der großen Zeit der Band stammen, die Niedecken 1976 in Köln gegründet hat. So wirkt denn auch unter Liedern wie „Ich wünsch mir, do wöhrs he“ oder „Morje Fröh Doheim“ der Song „Jupp“ vom Album „Für Usszeschnigge!“ (1981) wie ein Gigant. Was für ein überschwänglicher Applaus!

In der Tat kann man fast mit traumwandlerischer Sicherheit bestimmen, an welchen Liedern der einstige BAP-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser (1980-1999) mitwirkte und bei welchen nicht. Heusers Beiträge wirken in ihren Melodien verspielter, vielschichtiger und ausgereifter. Dennoch wissen die durchweg versierten Musiker auch die weniger anspruchsvollen Stücke so zu interpretieren, dass sie reizvoll klingen und das Publikum begeistern.

BAP im Amphitheater

BAP im Amphitheater

Hin und wieder huscht dem Kölner, der gern zwischendurch ein paar erklärende Worte zu seinen Liedern verliert, sogar ein Lächeln über die Lippen. Als ein weiblicher Fan auf die Bühne eilt, um von ihm ein Autogram zu ergattern, ist er amüsiert. „Es war uns ein Fest“ sagt er vor den Zugaben, darunter das Liebeslied „Do kanns zaubre“. Ähnliches dachten in Hanau sicher viele von „Niedeckens BAP“.

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