Magische Thermik

Amy Macdonalds famoses Konzert in Offenbach

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Wenn die zierliche Schottin zum Singen ansetzt, dann fliegt sie. Und das Publikum in der Offenbacher Stadthalle flog mit.

Offenbach - Sie hat sich binnen fünf Jahren als Dauergast an den Spitzen der Hitparaden etabliert, kommt zum ersten Mal nach Offenbach – und fühlt sich wieder wie eine Schülerin: Die Stadthalle erinnere sie an die Halle einer Schule, verrät Amy Macdonald mit einem Augenzwinkern und erntet dafür keinen Widerspruch. Von Markus Schaible

Aber es sind auch gar nicht so viele Offenbacher da, dafür zeigen die Kennzeichen der rundum geparkten Autos, dass die Fans der 25-Jährigen weite Wege in Kauf nehmen, um sie live zu sehen. Belohnt werden sie mit einem mitreißenden Abend, den ein hörenswertes Vorprogramm eröffnet: Charlie Simpson, 27-jähriger Singer/Songwriter aus London, stellt mit seiner Band sein hierzulande noch relativ unbekanntes Debütalbum „Young Pilgrim“ vor – live klingt das Ganze etwas rockiger, aber dennoch sehr einfühlsam.

Stimmung ist vom ersten Ton an super

Dann, Punkt 21 Uhr, betritt die dunkelhaarige Schottin dunkel gekleidet die Bühne – und haut mit ihrem Begleit-Quintett dem Publikum als Erstes ein krachendes „4th Of July“ entgegen. Die Stimmung ist vom ersten Ton an super – was man leider vom Sound nicht sagen kann. Hatte der Mann am Mischpult bei Simpson zwei Stücke gebraucht, um die Musik einigermaßen passabel klingen zu lassen, schafft er es bei Amy Macdonald (mit Ausnahme des Akustik-Teils) die ganze Zeit nicht. Und so rumpelt und dröhnt sich die Band durchs gut 90-minütige Konzert, das ansonsten wirklich hervorragend ist.

Im Mittelpunkt steht ganz klar die Musik. Die Bühne ist schlicht, die Beleuchtung dient nur der Untermalung, nichts lenkt ab von der Darbietung der Stücke, die live eindeutig mehr Rock als Folk sind. Die Mischung ist gut gewählt, alle drei Alben kommen zu ihrem Recht.

Amy Macdonald begeistert Fans in Offenbach

Amy Macdonald begeistert Fans in Offenbach

Fetzige Nummern wechseln sich ab mit getragenen, sogar für eine Coverversion des Jackie-Wilson-Hits „Higher And Higher“ ist Platz. Dazwischen spricht Amy viel mit ihren Fans. Der schottische Akzent macht es zugegebenermaßen nicht leicht, alles zu verstehen. Aber wenn ihre dunkle, klare Stimme zum Singen ansetzt, erzeugt sie eine Magie, die über jeden Dialekt erhaben ist. Dann fliegt sie, wie sie im Eröffnungsstück singt, „sky high“. Bis zum Himmel. Und das Publikum fliegt mit.

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