Anastacia in der Jahrhunderthalle

Ein Engel verteilt Geschenke

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Anastacia in der Jahrhunderthalle Frankfurt

Frankfurt - „Auf der Bühne darf man nicht schüchtern sein“, sagt Anastacia mit leuchtenden Augen. Von Thomas Ungeheuer

Stimmt! Schon als die 46-Jährige das Podium der Frankfurter Jahrhunderthalle betritt, um „Left Outside Alone“ zu singen, strahlt sie eine auffallend positive Energie aus, die im Verlauf des gut anderthalbstündigen Konzerts nahezu stetig wächst. Mit umwerfendem Charme scherzt sie mit ihrem afroamerikanischen Bassisten, den sie „Sexy Chocolate“ nennt, um mit dem Mann mit der tiefen rauchigen Stimme „Sick And Tired“ zu singen.

„Ich liebe das, was ich tue“, gesteht die ganz in Schwarz gekleidete Musikerin. Das merkt man der Tochter des Sängers Robert Newkirk und der Broadway-Schauspielerin Diane Hurley auch an. Vom Vater mag sie das Talent zum Singen und von der Mutter die mimische Begabung geerbt haben. Denn wenn die mehrfache Plattenmillionärin singt, unterstützt sie ihre Stimme mit kleinen Gesten und reizvoller Mimik.

Anastacias volle und ausdrucksstarke Stimme klingt kein Stück weit gealtert seit ihren ersten Hit „I’m Outta Love“ von 1999. Erstaunlich frisch wirken ihre Lieder. Kein Hauch von Nostalgie ist zu verspüren, wenn die Frau mit dem langen blonden Haar über die Bühne tanzt oder ihren Gitarristen bei dessen Solos anfeuert.

Anastacia rockt die Jahrhunderthalle

Anastacia rockt die Jahrhunderthalle

Nur wenn sie ein Lied wie „Heavy On My Heart“ vorträgt, das sie während ihrer Krebserkrankung geschrieben hat, zeigt sie sich ruhiger und darin sehr berührend. Wie glücklich wirkt diese Künstlerin im hellen Scheinwerferlicht! Wie lebendig und witzig, wenig später, wenn sie mit ihren jungen Fans Aneta und Natalie plaudert, die als Acht- und Neunjährige bereits im Jahr 2000 ihr erstes Anastacia-Konzert besuchen durften. Natürlich umarmt die Sängerin beide, lässt sich mit ihnen fotografieren und gibt anderen von der Bühne aus Autogramme, bevor sie ihre Versionen von „Back In Black“ (AC/DC) und „Sweet Child O´Mine“ (Guns N´ Roses) vorträgt. Und zum Ende hin, wenn der Star „Stupid Little Things“ singt, gibt er für die charismatische Anastacia kein Halten mehr: Gefolgt von Bodyguards läuft sie durch das Publikum, um möglichst viele Hände zu schütteln. Mit all dem wird der Auftritt in der Jahrhunderthalle zum Geschenk eines blonden Engels.

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