Die Antwoord in der Offenbacher Stadthalle

Freakshow aus Südakfrika

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Düster: Sänger Ninja

Offenbach - Schräge Outfits, vulgäre Sprache, verstörende Videos, Drogenverherrlichungen und jede Menge sexuelle Anspielungen: Die Antwoord beweisen in der Offenbacher Stadthalle, warum Marilyn Manson nur noch in der zweiten Liga der Elternschrecks spielt. Von Ronny Paul

Die drei Musiker von Die Antwoord aus Südafrika sind auf der Bühne richtige "Bad Boys". Sie stellen sogar Schockrocker Marilyn Manson in den Schatten. Denn Provokation ist nur eine Facette der Freakshow. Die andere: eine ekstatische Mischung aus Tanz, Rap und hypnotisierenden Rhythmen, die zwischen der pumpenden Aggressivität von Rapper Ninja und der zerbrechlich quiekenden Stimme von Yolandi Visser hin und her wechselt. DJ Hi-Tek komplettiert das Trio und liefert mit wummernden Bässen und Beats sowie schrägen 90er-Jahre-Synthesizer-Sounds die passende Basis für das singende Ehepaar Ninja und Yolandi.

Musik zum Ausrasten

Ein wilder, einzigartiger Stilmix aus Hip-Hop, Drum’n’Bass, Techno und Popmusik entsteht, aus dem hier und da wahre Ohrwürmer wie bei „Baby’s On Fire“, „I Fink U Freeky“ oder „Enter The Ninja“ hervorblitzen und der das Publikum in der Stadthalle von der ersten bis zur letzten Minute in Bewegung hält. Egal ob Punk, HipHopper, Techno-Nerd oder ganz „normaler“ Konzertbesucher – alle nutzen die Gelegenheit, mit den Protagonisten auf der Bühne, für eineinhalb Stunden komplett auszurasten. Schmusesongs – Fehlanzeige. Ständige Outfitwechsel, Videoeinspieler sowie ein aufblasbares Riesengenital sind visuelle Komponenten der Freakshow. Die Antwort, wie viel Ironie im aggressiven, sexistischen, proletenhaften aber musikalisch äußerst kreativen und mitreißenden Bühnenauftritt der Band steckt, bleibt auch nach Konzertende aus.

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