Ministerpräsidenten planen

Werbeverbot bei ARD und ZDF?

Berlin - Im ZDF kündigen die Mainzelmännchen meistens die Werbung an. Doch sind die kleinen Maskottchen bald arbeitslos? Ein Werbeverbot für die öffentlich-rechtlichen Sender wird diskutiert.

Die Einnahmen sprudeln bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF. Durch die Haushaltsabgabe von 17,98 Euro pro Monat nehmen beide Fernsehanstalten bis 2016 mindestens 1,5 Milliarden Euro ein. Deshalb gibt es konkrete Überlegungen, ob ein Werbeverbot für das öffentlich-rechtliche Fernsehen eingeführt werden soll. Das berichtet die "Bild".

Dem Bericht zufolge wollen sich die Ministerpräsidenten im Juni auf einer Tagung mit dieser Entscheidung beschäftigen. Eine für März vorgesehene Kosten-Anmeldung wurde deshalb auf die nächste Gebührenperiode auf August verschoben. Bislang kassieren ARD und ZDF durch Werbung und Sponsoring rund 500 Millionen Euro im Jahr.

„Rheinland-Pfalz kann sich eine Werbereduzierung vorstellen, das muss aber im Zusammenhang mit der Beitragsstabilität gewichtet werden“, sagte Staatssekretärin Jacqueline Kraege (SPD) am Mittwoch. Das Land Rheinland-Pfalz hat den Ländervorsitz für Medien. Ein kompletter Werbeverzicht sei jedoch illusorisch, denn trotz Mehreinnahmen wäre ein großer Betrag aufgezehrt.

Besonders spannend ist die Frage, wie der Plan, beispielsweise bei der Champions-League-Übertragung des ZDF, umgesetzt werden soll. In diesem Fall sind Sponsoring-Rechte der UEFA und dessen Werbepartner rechtlich im TV-Vertrag verankert. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass die Werbung ganz verschwindet. Genaue Zahlen liegen der Expertenkommission KEF bisher noch nicht vor. Wenn Werbung und Sponsoring bei ARD und ZDF komplett wegfielen, müsste ein Haushalt laut KEF 1,26 Euro mehr zahlen. Beschlossen ist jedoch, dass der Beitrag ab April um 48 Cent auf 17,50 Euro pro Monat sinkt.

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Vor rund einem Monat machte die kuriose Geschichte von Hund Janosch die Runde, der ebenfalls den Rundfunkbeitrag zahlen sollte. Außerdem forderten zum Jahreswechsel zahlreiche Experten, dass man den Rundfunkbeitrag eindampfen müsse.

ms/dpa

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