Auch solo ein perfekter Unterhalter

Seit dem 5. November ist er 50 Jahre alt und versprüht immer noch Jungencharme. Klar, dass viele Fans des ewig jungen Rocksängers Bryan Adams ihm beim zweistündigen intimen Unplugged-Solokonzert in Frankfurts Jahrhunderthalle ein Geburtstagsständchen bringen wollten. „You are too late“, unterbricht der Kanadier den großen Chor lächelnd. Von Peter Schule-Holtey

Da stellt sich schnell heraus, dass es ein besonderer Abend mit vielen Geschenken wird. Mit satt klingender Akustikgitarre, seiner unverkennbaren Rauchstimme und nur vereinzelt von Pianist Gary Breit begleitet sorgt er für einen schlichten, aber umso bemerkenswerteren Auftritt. Adams pflegt den klassischen Mainstream-Rock.

„Cuts Like A Knife“, „Run To You“ – von „Everything I Do“ bis „Have You Ever Really Loved A Woman?“ sind die Erzählungen und spontanen Momente. Er lässt sich mit Krawatten überraschen, kommentiert ironisch, dirigiert mehrere junge Frauen von ganz hinten auf die nach mehr als einer Stunde immer noch unbelegten Plätze in der fünften Reihe (sie sind völlig aus dem Häuschen) und schäkert mit den zahlreichen weiblichen Fans, die sich mittlerweile auf zwei Generationen aufteilen.

Fröhlich plaudert er über die Entstehung verschiedener Titel. So sei das Album „Room Service“ in Bädern dutzender Hotels weltweit entstanden, berichtet er grinsend. Internationale Rockstars erlebt man jedenfalls selten so publikumsnah, in einer Wohnzimmeratmosphäre. Das bleibt in Erinnerung: Nur von den wenigen um ihn drapierten Scheinwerfern in stimmungsvolles Licht getaucht, bringt er überzeugend seine Freude zum Ausdruck. Adams erweist sich als Unterhalter, als ausdrucksstarker Musiker, der allein mit seiner Stimme und der Akustikgitarre einen Saal zum Kochen bringen kann. Brillant!

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