Audienz der stimmstarken Gentlemen

Quintett Adoro singt Pop-Hits im klassischen Gewand

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Selbst Gloria Fürstin von Thurn & Taxis ist begeistert von der Gesangsgruppe Adoro. Hier nach der Aufzeichnung einer Fernsehshow.

Frankfurt - Vor fünf Jahren wurden fünf Opernsänger für ein Musikprojekt ausgewählt, bei dem deutsche Pop-Balladen im Opern- und Operettenstil interpretiert werden. Seither ist Adoro mit diesem Konzept auf Erfolgskurs und bereits mehrfach mit Platin gesegnet. Von Anke Steinfadt

Der Name klingt nach einer Süßigkeit. Und wenn Adoro ein Gebäck wären, dann Cupcakes: Solide Basis aus ehrlichen Zutaten, bedeckt von mächtiger Creme und buntem Zuckerguss. Köstlich, wenn auch etwas zu süß. Auf Italienisch heißt „adoro“: ich verehre.

Verehrt werden sie, die gut aussehenden, groß gewachsenen Sänger, denen schwarze Anzüge genauso gut stehen wie die weißen zum Finale. Applaus gibt es viel, vom ersten Moment an. Das Publikum, Ende Dreißig aufwärts, Frauen und Männer gleich verteilt, 2800 an der Zahl – lauscht andächtig dem perfekt ausgesteuerten Sound. Die akzentuierten, hervorragend ausgebildeten Stimmen bewirken, dass man den Texten bekannter Pop-Hymnen von Marius Müller-Westernhagen („Wieder hier“), den Toten Hosen („An Tagen wie diesen“) oder Rosenstolz („Liebe ist alles“) so intensiv lauscht wie sonst nie zuvor.

Bendzko und Poisel im Operngewand

Der lyrische Tenor Assaf Kacholi, Bassbariton Peter Dasch, die Baritone Nico Müller und Jandy Ganguly, sowie der oft hervorstechende Tenor Laszlo Maleczky präsentieren neben bekannten Hits Stücke aus dem aktuellen Album „Träume“. Es ist bemerkenswert, wie gut auch Songwriter-Schätzchen von Tim Bendzko und Philipp Poisel im Operngewand daherkommen. Ebenfalls unter den neu eingespielten Werken: „Dein ist mein ganzes Herz“ - einmal nach dem Original von Franz Lehár und dann à la Heinz Rudolf Kunze. Zwischendurch gibt es einen Gastauftritt der Opernsängerin Erika Buchholz, die Mozarts „Rosen-Arie“ in Reinform vorträgt, ein Solo der Pianistin Ming sowie ein Instrumental-Medley aus Queen-Klassikern.

An künstlichem Nebel wird nicht gespart, während sich die perfekt aufeinander eingespielte Opera-Boygroup zumeist gediegenen Schrittes in wechselnden Formationen auf der Bühne bewegt. Manchmal stehen die Sänger auf beleuchteten Podesten oder in der an ein Baugerüst erinnernden Stahlkonstruktion, wo auch die Band- und Orchestermitglieder ihren Platz haben. Es gibt echte Feuerfontänen, Scheinwerfergewitter und Goldregen. Eine „Rosendame“ wird aus dem Publikum auserkoren, auf einen Thron geführt und galant umgarnt. Gegen Ende laufen die fünf Kavaliere durch die Reihen, um sich mit ihren Fans fotografieren zu lassen. Zuckersüß lächeln sie in Kameras – und sogar umarmen ist erlaubt.

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