Auftakt mit viel Drehmoment

In den Vereinigten Staaten von Amerika hat man ein ganz besondere Verhältnis zum Auto, das ist bekannt.

Und so war der Rahmen beim Eröffnungskonzerts der 7. Dreieicher Musiktage ein durchaus passender: „All you can hear“ ist das diesjährige Motto, Musik aus Südamerika steht ebenso im Fokus wie solche aus dem nördlichen Teil des Kontinents – so wie jetzt in der BMW-Niederlassung Dreieich, wo das Bundespolizeiorchester München unter der Leitung von Stefan Weber und mit Festivalleiter Georgi Mundrov als Klaviersolisten die Konzertreihe eröffnete.

Eher ernste Musik im ersten, eher unterhaltende im zweiten Programmteil, wobei insoweit die musikalischen Grenzen in Übersee ohnehin seit jeher fließend sind. George Gershwin etwa schrieb seine „Rhapsody In Blue“ zunächst für Klavier und Jazzband; die Bläserbesetzung des Bundespolizeiorchesters aus München bot eine dynamische Grundierung für den Solisten Mundrov, der Gershwins Rhapsodie mit der angemessenen rhythmischen Lässigkeit, aber auch glänzender Virtuosität interpretierte und sich mit seiner Schubert-Zugabe einen kleinen Ausflug ins „Alte Europa“ leistete.

Die Bläser-Arrangements, die das Bundespolizeiorchester spielte, waren raffiniert und farbenreich gesetzt: Leonard Bernsteins Ouvertüre zur Oper „Candide“ vermittelten die Musiker eingangs zudem mit dem nötigen Drive. Als hübsches, ganz programmmusikalisches Stimmungsbild präsentierte man die „Manhattan Symphony“ von Serge Lancen, ein launiger bis pathetischer Spaziergang durch den „Big Apple“. Werke von bekannteren amerikanischen Komponisten wie Aaron Copland oder John Philip Sousa ergänzten das ausführliche Konzert. Bei Sousas „Stars And Stripes Forever“ war man freilich bereits im zweiten Konzertteil angekommen, in dem es gelassener, auch swingender zuging – für das Bundespolizeiorchester eine ebenso gelöst wie freundlich aufgenommene Angelegenheit. Die 7. Dreieicher Musiktage dauern bis zum 24. Mai. AXEL ZIBULSKI

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