Mark Lanegan in der Batschkapp

Ausgeburt der Düsternis

Frankfurt - Mark Lanegan steht in der Mitte der Bühne und singt seine Lieder, ohne sich je vom Fleck zu rühren. Eine nachgerade metaphysische Unerschütterlichkeit spricht aus dem Bild, das er abgibt. Ohne Frage ist er einer der Großen der jüngeren Rockgeschichte. Von Sebastian Hansen

Nichtsdestotrotz ist der amerikanische Sänger und Songwriter, der mit seiner Band in der Frankfurter Batschkapp gastierte, immer nur in Kennerkreisen bekannt gewesen. Seine 1985 unweit von Seattle gegründete Band Screaming Trees spielte im Grunge eine ebenso große Rolle wie Nirvana oder Soundgarden, deren Erfolg bei einem breiten Publikum ungleich größer gewesen ist. Auch die Soloalben Lanegans – im Frühjahr erschien „Blues Funeral“, das siebte, ungefähr die Hälfte des Konzertrepertoires speiste sich daraus – drangen niemals über eine eingeschworene Gemeinde hinaus.

Nun ist der 47-Jährige, der Depression und Drogensucht überlebt hat, wieder da, und er präsentiert sich in bester Verfassung. Diese extraordinäre Stimme, Ausgeburt einer existenziellen Düsternis, macht Lanegan allein schon zu einem Solitär; mit den Jahren hat sie an Prägnanz und Rauheit noch zugelegt. Im Wesentlichen geht es quer durch die Soloalben, auf den Fundus der Screaming Trees greift Lanegan kaum zurück.

Das Altern ist für Mark Lanegan Selbstverständlichkeit, nicht Thema, die Endlichkeit indes ein wichtiges Motiv. Es ist ihm zuzutrauen, dass er weiter hervorragende neue Songs schreibt – und dabei nie langweilig wird.

Rubriklistenbild: © Thomas Siepmann/pixelio.de

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