Barocke Gaben zur Adventszeit

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Dresdner Kapellsolisten und Dirigent Helmut Branny lieferten in der Alten Oper barocke Gaben.

Silbrig glänzende Orgelpfeifen und ein festlicher Trompetenton: Weihnachten kann kommen. Vorab lieferten die Dresdner Kapellsolisten und Dirigent Helmut Branny in der Alten Oper barocke Gaben, mit der Solistin Alison Balsom beim Pro-Arte-Konzert und in Sachen historischer Klangforschung die reine Lehre vertretend. Von Klaus Ackermann

Traumwandlerisch sicher und rein sind Balsoms Soli, die noch im Pianissimo den Saal füllen. Schon im Konzert für Trompete und Kammerorchester D-Dur des Giuseppe Torelli (1658-1709) verblüfft ein scheinbar drucklos angesetzter kugelrunder Trompeten-Ton, der die puren Dreiklang-Sphären mit filigranem Figurenwerk füllt.

Gehört Albinonis Trompetenkonzert zwischen expressivem d-Moll und virtuosen Zierrat zu den Repertoire-Perlen, so ist das Konzert für Trompete, Streicher und Basso Continuo – von einem Fagott verstärkt – des 1749 in die Dresdner Hofkapelle berufenen Johann Baptist Georg Neruda eine Rarität. Gleichwohl zeigt das Sturm und Drang synkopenreich bezeugende Opus deutlich an, was Balsom ausmacht: Balsamischer Gesang stärkt die melodische Linie. Und selbst die technischen Passagen der Kadenzen am Schluss eines jeden Satzes wirken wie farbenfrohe Koloraturen. Hochachtung vor der jungen Frau, der Dresdens Kapellsolisten einen zuverlässigen und motivierenden Unterbau boten.

Da wird Klang deklamatorisch beim Wort genommen und elegant artikuliert, wie das Helmut Branny in Corellis Concerto grosso F-Dur gestisch vorgibt: kantabel, ausdrucksstark, rhythmisch lebendig und mit geradlinigem Streicherton. Nahezu spürbar wird der klirrende Frost in Vivaldis „Winter“ aus dem Jahreszeiten-Zyklus mit der exzellenten Konzertmeisterin Susanne Branny als Solistin, die wilde Winterstürme so brillant meistert wie das behagliche Lied vor dem Kamin. Schließlich ein barocker Gipfel, das Brandenburgische Konzert Nr. 1 F-Dur mit Oboen, Hörnern und Violino spiccolo an der Solistenfront. Trotz historisch leicht kratziger Sologeige und bei kunstvoll verzahnten Soli und Tutti wiesen die Dresdner darin schwungvoll nach, wie viel Tanzmusik in Bach steckt. Natürlich durfte letztlich das berühmte „Air“ als Zugabe nicht fehlen. Schließlich ist Weihnachten nahe ...

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