Beeindruckende Macht der Musik

Sprachlos sah sich das Musiker-Ehepaar in Offenbachs Paulskirche an: So eine wundervolle Aufführung zu Georg Friedrich Händels „Alexander’s Feast“ hatten Dirigentin Regine Marie Wilke und Werner Fürst selbst nicht erwartet. Von Reinhold Gries

Offenbacher Oratorienchor, Vocal Ensemble Frankfurt und Projektchor Con Brio München waren über sich hinausgewachsen. Das Originalklangensemble Collegium Instrumentale Offenbach mit Konzertmeisterin Gudrun Jeggle hatte Birgit Auweiler (Sopran), Nils Stefan (Altus), Thorsten Klingelhöfer (Tenor) und Ronny Rickfelder (Bassbariton) zu außerordentlicher Leistung angespornt.

Das Publikum erfuhr, was Händels „Power of Music“, so der Untertitel des Oratoriums, ausrichten kann. Der Projektionen von Hjue Neumann hätte es kaum bedurft, um John Drydens Text sowie Händels Affektdarstellungen und Klangbilder in Farbklänge umzuwandeln.

Die Handlung um Alexander den Großen, seine Gattin Thais sowie Timotheus mit Huldigungen an Bacchus, Darius und Cäcilia war unwesentlich. Musik und Liebe siegten über Macht, Waffen und Rachsucht; nicht nur in Auweilers berückender Sopranarie „War, he sung, is toil and trouble“, in Jubelgesängen der Chorarmada und dem herrlichen „Or both divide the crown“ der Solisten. In Klangteppichen der Streicher, pastoralen Weisen von Flöten und Oboen, strahlenden Fanfaren von Trompeterin Sophie Weiß und perlenden Läufen von Cembalist Fürst drang die Botschaft durch: „Make love, not war!“

Im zweiten Teil präsentierte Bariton Rickfelder affektreiches Gestaltungsvermögen. Nicht nur in den Höhen zauberhaft das Duett von Sopranistin und Altus. Ein Bravo für Wilke, welche die zweistündige Musikdemonstration zu Händels 250. Todesjahr zum Ereignis machte!

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