Musikfest um Beethoven-Streichquartett

Neue Wege zum Erfolg

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Das Hagen Quartett spielt das Beethoven Opus 131.

Frankfurt - Stephan Pauly hat in den ersten beiden Jahren als Intendant der Alten Oper Frankfurt Akzente gesetzt. Von Carsten Müller 

Das sieht nicht nur Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann so, der als Gastgeber des Deutschen Städtetages gern die positive Resonanz seiner Kollegen aus ganz Deutschland registrierte. „Sie haben Kultur zu den Menschen gebracht“, spielte das Stadtoberhaupt auch auf gelungene Kooperationen mit Kindertagesstätten an.  Neue Konzertformen und Angebote für Kinder hat Pauly auf den Weg gebracht. Und Erfolge erzielt. So waren die Karten für die „Pegasus“-Konzerte binnen kurzer Zeit vergriffen, die Nach(t)konzerte innerhalb der „Neuen Wege zur Musik“ gefragt, ebenso die erste Auflage des Musikfestes. Ein solches eröffnet die Saison 2014/15. Und diesmal steht Ludwig van Beethovens Streichquartett cis-Moll op.131 im Mittelpunkt. Der Komponist hat darin mit den Konventionen gebrochen, änderte Anzahl und Form der Sätze und verzichtete zudem auf Pausen.

Geigerin Carolin Widmann

Beethovens Spätwerk, gespielt in verschiedenen Versionen, wird gerahmt von „Aufbrüchen“ weiterer Komponisten von Mendelssohn bis Maderna, Gesprächsrunden, einer Live-Videoanimation der Partitur oder einer Aufführung in völliger Dunkelheit. Schauspiel-Chef Oliver Reese inszeniert ein Stück von John Cage, der Choreograf Xavier LeRoy Performances. Angekündigt sind renommierte Klangkörper wie die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle, London Philharmonic (Vladimir Jurowski), das Opern- und Museumsorchester (Sebastian Weigle) und das Ensemble Modern. Als Solisten treten unter anderem Violinist Daniel Hope, die Pianisten Fazil Say und Christopher Park sowie die Vokalistinnen Christiane Karg und Annette Dasch in Erscheinung, außerdem hochkarätige Ensembles wie das Hagen Quartett oder das Minguet Quartett. Den Schlusspunkt setzt die Aufführung von Cornelius Cardews „The Great Learning“ mit 300 Beteiligten, darunter Chöre und Ensembles aus der Region - 150 Plätze für „Supporting Singers“ sind noch frei. Bewerben kann man sich dafür per E.-Mail unter cardew@alteoper.de.

Schon vor dem Musikfest gastiert Christian Thielemann mit der Sächsischen Staatskapelle in der Alten Oper, erwartet werden außerdem unter anderem Valery Gergiev mit dem Mariinsky-Orchester, Mariss Jansons mit dem Koninklijk Concertgewouworkest, Alan Gilbert mit New York Philharmonic, Christoph Eschenbach und die Wiener Philharmoniker sowie Esa-Pekka Salonen mit Philharmonia Orchestra London. In Einzelporträts werden Pianist András Schiff und Carolin Widmann in den „Fokus“ gerückt. Widmann spielt dabei drei Konzerte zu ausgewählten Werken im Museum für Moderne Kunst.

„Zwischentöne“ verspricht das „Fokus-Festival“, das sich mit Klängen abseits vertrauter Tonleitern beschäftigt und einen Bogen von der Neuen Musik bis nach Persien schlägt, vorgestellt unter anderem von Sitar-Spielerin Anouschka Shankar, Geiger Jordi Savall, Perkussionist Martin Grubinger und dem SWR-Sinfonieorchester. Die leichte Muse ist in der nächsten Spielzeit ebenso vertreten wie Kongresse und Tagungen, wichtig für den Eigenfinanzierungsgrad von 60 Prozent. Ihren Teil steuern dazu auch Abonnement-Reihen, Kammermusik- und Klavierabende sowie Ensuite-Produktionen wie das Weihnachts-Musical „We Will Rock You“ oder die „Rocky Horror Show“ bei. Der Vorverkauf beginnt am 7. März.

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