Barbara Schöneberger in der Alten Oper

Begnadete Quasselstrippe

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Barbara Schöneberger, hier beim Tourauftakt in Stuttgart, hat ein neues Album veröffentlicht.

Frankfurt - Ob als schlagfertige Moderatorin, als ausdrucksstarke Sängerin oder als Aushängeschild für ordinären Fleischsalat: „Bekannt aus Funk und Fernsehen“ ist Barbara Schöneberger allemal. Von Maren Cornils

Da ist es nur konsequent, den etwas abgegriffenen Werbeslogan auch gleich zum Titel der neuen Show zu machen. Und die gilt – völlig zu Recht – als Publikumsmagnet: Der Große Saal der Alten Oper jedenfalls ist ausgebucht und das längst nicht nur mit „Damen mittleren Alters“, einer Altersklasse, in der die 40-jährige Entertainerin mittlerweile ihre Hauptzielgruppe wähnt.

Der eine oder andere Mann ist am Montagabend auch dabei – und muss sich im Verlauf eines wortlastigen Abends den einen oder anderen Gag auf Kosten seines Geschlechts anhören. Denn, und dafür ist Schöneberger, bekannt: Männern liest sie gerne mal die Leviten - mit mädchenhaftem Augenaufschlag freilich und nicht, ohne sich selbst im Anschluss kräftig durch den Kakao zu ziehen.

Mit „Bekannt aus Funk und Fernsehen“ nun hat das Publikum in Frankfurt nach sechs Jahren Pause wieder einmal die Ehre, die Schöneberger mit ihrer legendär großen Klappe als Sängerin zu erleben, wobei zugegebenermaßen die stimmliche Darbietung etwas zu kurz kommt. „Meine Band fragt mich ja immer wieder: Sollen wir in den Pausen, wo Du was erzählst in der Kantine was essen gehen?“, witzelt Schöneberger – und tut dann das, was sie perfekt beherrscht: quasseln und dabei Witz an Witz reihen. Nicht, dass es ihren Songs an letzterem mangeln würde. Im Gegenteil. Denn auch wenn sie endlich mal zum Singen anhebt, geht das nicht ohne Lachsalven beim Publikum ab.

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„Gibt’s das auch in groß?“ fragt Schöneberger da, um sich in zweideutigen Titel um die Liebhaberqualitäten der Männer zu sorgen. Schauspielerisches Talent beweist die Entertainerin als Sylvie-van-der-Vaart-Imitatorin und, indem sie mit lasziv geöffnetem Mund unter wildem Stöhnen in die Rolle des Vamps schlüpft. Songs mit „Servicecharakter“ möchte die Wahlberlinerin ihren Fans bieten. Und tatsächlich hagelt es Tipps und Lebensweisheiten. So verrät Schöneberger zum Beispiel, dass nicht nur Frauen im Lauf der Jahre an Kontur verlieren („Früher warst Du der Mann meiner Wahl. Heute bist Du mein Mann, der Wal“) und dass das schöne Geschlecht auch beim Sex die Fähigkeit zum Multitasking besitzt. Dazu gibt es abwechslungsreiche Gute-Laune-Musik, die irgendwo zwischen Swing, Pop und Chanson angesiedelt ist und es in Sachen Pointenreichtum locker mit Anett Louisan aufnehmen kann.

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