„Die Alpenländische Weihnacht“

Besinnliches vom Tölzer Knabenchor

Frankfurt - Nichts kann zur Vorweihnachtszeit so sicher die Herzen rühren wie der Gesang heller Knabenstimmen. Von Eva Schumann 

„Die Alpenländische Weihnacht“, die Pro Arte mit dem Tölzer Knabenchor präsentierte, schien freilich auf das Frankfurter Publikum nicht die erwünschte Anziehungskraft auszuüben, denn in der Alten Oper blieben ganze Reihen leer. Das hatte der 1956 in Tölz gegründete, seit 1971 in München probende Chor nicht verdient.

Dass er zu den besten Knabenchören zählt, bewiesen die etwa 30 Sopranisten und Altisten mit ihren klaren und kernigen Stimmen, der sauberen und klangschönen Intonation und ihrem ebenso disziplinierten wie lebendigen Auftritt. Den Vorgaben seines Leiters Ralf Ludewig folgte der Chor präzise. Mit ausgefeilter Interpretation erfuhr das Volkslied-Programm nicht weniger Achtung als ein klassisches Repertoire. Um die Weihnachtsgeschichte, eingeteilt in mehrere Episoden, ranken sich bayrische und österreichische Volksweisen in mehrstimmigen Arrangements, oft mit differenziert auskomponierten Strophen und durch Soli, Duette und Terzette aufgelockert. Besonders reizvoll waren die echt alpenländischen Ländler und Hopser wie „Heißa Buama“ oder der Andachtsjodler und das bekannte kleine Singspiel „O lieber Hauswirt mein“, in dem Maria und Joseph bei hartherzigen Wirten vergeblich um Aufnahme bitten. Anrührend gesungen wurden besinnliche Lieder wie „Maria durch ein´ Dornwald ging“.

Die Buben in zünftigem Lederhosen-Outfit wurden teils von Harfen und Akkordeon, teils von Trompeten und Posaunen begleitet. Mit lieblicher Zupfbegleitung schufen die Harfenistinnen Martina Merk und Barbara Gasteiger anheimelnde Stubnmusi-Atmosphäre. Die famose Blechbläsergruppe Ensemble Classique steuerte mit Arrangements seines Leiters Winfried Roch den festlichen Glanz bei. Die Weihnachtsgeschichte in moderner, liebevoll ausgeschmückter Fassung erzählte der Schauspieler Christian Wolff, dem Fernsehpublikum bekannt unter anderem aus der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“. Er gefiel mit angenehmer Stimme und ruhiger, sachlicher Rezitation, die Sentimentalität zu vermeiden wusste.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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