BAP begeistert im Amphitheater

Besser als je zuvor

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Wieder obenauf: Köln-Rocker Wolfgang Niedecken.

Hanau - Es gibt Künstler, bei denen weiß man vorher, dass es klappt. Dass ihre Konzerte eine höchst unterhaltsamen, bisweilen mitreißenden Abend bescheren. Von Christian Spindler

Weil diese Künstler es zigmal bewiesen haben, weil sie über eine bemerkenswerte Ausstrahlung verfügen, weil sie sich und ihren Fans treu geblieben, mit Herzblut bei der Sache sind und weil sie über eine riesiges Repertoire verfügen.

Wolfgang Niedecken ist so ein Künstler. Im ausverkauften Hanauer Amphitheater, wo der 61-Jährige mittlerweile zu den Stammgästen zählt, hat er gezeigt, dass er und BAP zu den besten Livemusikern im Lande gehören.

„Das volle Programm“

Da wird gerockt und geklatscht, da gibt es feine Balladen und Texte mit Tiefgang – „Das volle Programm“ eben. So heißt auch der Titel der aktuellen BAP-Tour, mit der Niedecken unter anderem Konzerte nachholt, die im vorigen Herbst wegen seiner schweren Erkrankung abgesagt werden mussten. Niedecken ist nach seinem Schlaganfall wieder da. Vielleicht besser als zuvor. Das unterstrichen er und seine Musiker drei Stunden lang eindrucksvoll unter dem weißen Kuppelzelt des Hanauer Amphitheaters am Main.

Neben Stücken aus seinem neuen Album „Halv su wild“ hatten BAP natürlich Fan-Favoriten wie „Alexandra“, oder „Aff un zo“ im Gepäck, mit dem BAP vor zehn Jahren ein veritabler Hit gelang“, aber natürlich auch Klassiker wie „Verdamp lang her“.

Mehr Instrumente als manches Musikgeschäft

Unter den 30 Songs waren aber auch selten gehörte Werke wie die großartig treibende Nummer „Diego Paz wohr nüngzehn“ vom Album „Radio Randora“, ein Song über den Falkland-Krieg. Zu einem der Höhepunkte avancierte der selten gehörte Titel „Amerika“, bei dem der in Freigericht lebende Saxophonist Christian Felke einen Auftritt hatte. Nicht nur bei diesem Stück lieferten sich Felke und BAPs Ausnahme-Gitarrist Helmut Krumminga – er hatte mehr Instrumente dabei als manches Musikgeschäft im Sortiment – grandiose musikalische Zwiegespräche zwischen Saxophon und Gibson-Gitarre.

Mit einem „Rockpalast“-Auftritt schafften die Kölner Rocker von BAP 1982 den Durchbruch. Am 1. September treten Niedecken und BAP wieder auf der Loreley auf – fast auf den Tag genau nach 30 Jahren. In Hanau haben die sieben Musiker unter Beweis gestellt, dass sie bestens auf das Jubiläumskonzert vorbereitet sind; weil die Ausstrahlung da ist und weil BAP mit ihren Arrangements musikalisch besser sind als je zuvor. Auch des „Rockpalast“-Jubiläum wird für die Band ein Erfolg. Bei manchen Künstlern weiß man das eben vorher.

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