Bestens aufeinander abgestimmt

Frankfurt - Das düstere c-Moll wendet sich in gelöste Dur-Klänge. Sowohl Ludwig van Beethovens drittes Klavierkonzert als auch die fünfte Sinfonie von Gustav Mahler folgen dieser tönenden Dramaturgie. Von Axel Zibulski

Beide Werke standen auf dem Programm, als das Tonhalle-Orchester Zürich jetzt unter seinem Leiter David Zinman in der Alten Oper gastierte.

Solist in Beethovens Klavierkonzert war ein Routinier, der doch in keinem Augenblick bloße Routine spüren ließ. Radu Lupu gestaltete das spieltechnisch mäßig anspruchsvolle Werk wie mit dem Weichzeichner, fein schattiert noch in Pianissimo-Sphären, verbindlich im delikaten Legato-Spiel. Einen gewissen Kontrast zur Begleitung durch das Tonhalle Orchester bedeutete das durchaus, denn David Zinman setzte zumindest in Andeutungen Akzente der historischen Aufführungspraxis, ließ die Streicher schlank, die Bläser durchdringend klingen. Mahlers 1904 uraufgeführte fünfte gehört längst zu den populärsten Sinfonien des Komponisten. Partiturgetreuer als unter Zinman dürfte sich das Werk freilich kaum hören lassen. Der „Streng, wie ein Kondukt“ zu spielende Trauermarsch des ersten Satzes etwa begann außergewöhnlich: Zugleich stockend und gehetzt klang das eröffnende Trompetenmotiv, an die Stelle von allzu großer Drastik der Fortissimo-Passagen verdeutlichte Zinman Mahlers Zwischenfarben mit betont detailgenau genommenen Spielanweisungen. Geschmackssache, ob man den ersten Hornisten im dritten Satz tatsächlich an die Rampe treten lassen muss. Mit gleichem Recht könnte man die Harfe im populären Adagietto des vierten Satzes nach vorn rücken – geklungen hat sie so weltentrückt leicht wie die Streicher des hier von Zinman ohne Taktstock eher moderierten Orchesters. Man ist auf exzellentem Niveau bestens aufeinander abgestimmt, und auch das furiose Rondo-Finale unterstrich dies.

Rubriklistenbild: © pixelio

Kommentare