Betagte Originale frenetisch gefeiert

Als The Prodigy 1997 als Hauptattraktion das Go-Bang-Festival im Stadion Bieberer Berg bestritten, stand das 1990 in London gegründete Quartett um Keyboarder, Komponist und DJ Liam Howlett kurz vor seinem größten Erfolg. Von Ferdinand Rathke

Das dritte Werk „The Fat Of The Land“ gilt als meistverkauftes Album jenes Jahrgangs. 13 Jahre, zeitweilige Umbesetzungen und magere zwei Alben später gastiert die Originalbesetzung mit Sänger Keith Flint, MC Maxim Reality und Howlett – allerdings ohne den abtrünnigen Leeroy Thornhill – in der fast ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle. Überlebt haben The Prodigy den Nimbus nur für eine Zielgruppe Gültigkeit zu besitzen. Das Publikum deckt die Altersspanne von 20 bis weit über 50 Jahre ab.

Verstärkt um einen derb in die Saiten greifenden Gitarristen und einen Wahnsinnigen am Schlagzeug, entfachen The Prodigy zum Auftakt einen Flächenbrand mit „World’s On Fire“. Der verführerisch über die Bühnenrampe donnernden Mischung aus Big Beat, Jungle und Electronica haben sie im Prinzip nichts Neues hinzuzufügen. Dementsprechend frenetisch gefeiert werden die Originale. Tanzflächenfüller wie „Poison“, Flints perfide Brandstifter-Hymne „Firestarter“ oder der Evergreen aus der Frühzeit, „Out Of Space“, kämen indessen ohne gezielte Lichtdramaturgie nur halb so wirkungsvoll zur Geltung.

Kommentare