Bewegende Schicksale

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Für allgemeine Verwunderung sorgt die österreichische Sängerin Christina Stürmer. Nicht etwa, weil „Ich lebe“ und „Engel fliegen einsam“ zu wenig festlich wären. Mit 27 Jahren sind sowohl Stürmer als auch das virtuose ungarische Gitarrenduo Katona Twins schlicht zu jung für den Oldie-Zirkus.

Gleich zwei Beispiele, wie grausam das Leben zuschlagen kann, präsentiert die alle Jahre wiederkehrende Reihe „Nokia Night Of The Proms“ an gleich drei Tagen in der ausverkauften Frankfurter Festhalle. Besser hätte es ein Drehbuchautor nicht ersinnen können. Von Ferdinand Rathke

Zu Herzen geht ja schon der Auftakt, wenn das Orchester Il Novecento und der Chor Fine Fleur unter der Leitung von Dirigent Robert Groslot Pathos bis zur Schmerzgrenze mit Richard Strauss Hymne „Also sprach Zarathustra“ auslotet. Auch 2009 dominiert das U über das E. Relativ schnell abgehakt sind im Haydn-Jahr dessen 88. Sinfonie, Maurice Ravels unverwüstlicher Bolero und das Dark-Wave-Gewabere vom Computerspiel „Advent Rising“. Immerhin erlaubt Tschaikowskys Blumenwalzer das traditionelle Tänzchen durch die Festhalle.

Für allgemeine Verwunderung sorgt die österreichische Sängerin Christina Stürmer. Nicht etwa, weil „Ich lebe“ und „Engel fliegen einsam“ zu wenig festlich wären. Mit 27 Jahren sind sowohl Stürmer als auch das virtuose ungarische Gitarrenduo Katona Twins schlicht zu jung für den Oldie-Zirkus. Vom Alter passend dagegen die Überbleibsel des Synthie-Pop-Trios Heaven 17. Sänger Glenn Gregory und Keyboarder Martin Ware servieren mit „Let Me Go“, „Come Live With Me“ und „Temptation“ einen Querschnitt durchs hochkarätige melodische Repertoire.

Comeback des schwedischen Pop-Duos Roxette

Von Trauer gezeichnet widmete Alan Parsons seinem in der vergangenen Woche verstorbenen Project-Kollegen Eric Woolfson das traurige „Silence And I“.

Ein Stecknadel fallen hören könnte man beim mit Spannung erwarteten Comeback des schwedischen Pop-Duos Roxette. Zerbrechlich wirkt Frontfrau Marie Fredriksson, die an einem Hirntumor erkrankt war, auch wenn sie nach der Pause bei Gassenhauern wie „The Look“ und „Joyride“ ihren Sitzplatz verlässt. Eine feste Größe ist wieder John Miles’ „Music“. Er liefert eine beeindruckende Version von Led Zeppelins „Stairway To Heaven“ im Gespann mit den Katona Twins, bevor das vom Publikum gesungene„Land Of Hope And Glory“ von Sir Edward Elgar den Abend beschließt.

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