Ozzy Osbourne kommt nach Frankfurt

Düsterer Prinz ebnete Metal den Weg

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Ozzy Osbourne

Frankfurt - Für die einen ist er der menschgewordene Skandal, der Fledermäusen auf der Bühne den Kopf abbeißt - oder zumindest ein genialer Publicity-Mensch. Die anderen sehen in ihm eine lebende Legende. Von Britta Gürke und Annette Reuther

Die einen verbinden dröhnenden Hardrock mit ihm, die anderen Leichenfledderei und eine verrückte Familie mit Hang zum Exhibitionismus. Der britische Rocker Ozzy Osbourne ist sicher nicht jedermanns Geschmack, aber eines ist ziemlich sicher: Normal ist er nicht. Dem Tod schon mehrmals von der Schippe gesprungen, feiert der Sänger der Metal-Band Black Sabbath heute seinen 65. Geburtstag. Viele hätten das nicht für möglich gehalten.

Denn als ordentlicher Rockstar dröhnte sich der Mann mit den langen schwarzen Haaren und der bunt getönten Brille jahrelang mit Drogen und Alkohol zu. Zu seinem düsteren Image trugen seine dämonischen Botschaften und skandalösen Konzerte bei. Heute ist er wieder fast mit Black-Sabbath-Originalbesetzung auf Tour, morgen gastiert die Band in der Frankfurter Festhalle, und mit dem Album „13“ auch in den Charts vertreten.

Exzentrischer Familienvater

Dem jüngeren Publikum ist er vor allem als exzentrischer Familienvater aus der Doku-Soap „The Osbournes“ bekannt. Seitdem standen auch seine Kinder, darunter vor allem Tochter Kelly (29), im Licht der Öffentlichkeit. Neben Ozzys Alkohol- und Drogenproblemen finden bis heute auch deren Sorgen in die Klatschspalten.

Osbournes Skandalleben zeichnete sich schon in der Kindheit ab. Als Sohn eines Werkzeugschlossers wuchs er als John Michael, Spitzname Ozzy, in Birmingham mit fünf Geschwistern auf. Seine Eltern schufteten in Schichtarbeit, Ozzy sorgte schon früh für Probleme. Seine Lehre als Klempner brach er ab, später versuchte er sich als Mitarbeiter im Schlachthof, in einer Autofabrik und bei einem Bestatter. Als Jugendlicher saß er mehrere Wochen im Knast, weil er bei einem Einbruch ertappt wurde.

Osbournes musikalischer Durchbruch kam Ende der 60er Jahre, als sich aus der Band Polka Tulk nach und nach Black Sabbath entwickelte. Die „Beatles of Heavy Metal“ (so das Magazin „Rolling Stone“) machten das Genre einem breiten Publikum bekannt und ebneten Bands wie Metallica oder Iron Maiden den Weg. Nach seinem Rausschmiss bei Black Sabbath wegen Alkohol- und Drogenprobleme Ende der 70er Jahre bastelte Osbourne an seiner Solokarriere („Blizzard Of Ozz“), begab sich in Entzugskliniken und trat später auch wieder mit seinen Ex- Kollegen auf.

„Paranoid“ oder „Masters of Reality“

Zum Fürchten waren nicht nur Black-Sabbath-Alben wie „Paranoid“ oder „Masters of Reality“. Manchem gerann auch bei Osbournes Konzerten das Blut in den Adern. Einmal biss der „Prince of Darkness“ einer Fledermaus den Kopf ab - worauf er gegen Tollwut behandelt werden musste. Vor dem frühen Eintritt in die Reihe der toten Hardrocker rettete ihn seine zweite Frau Sharon, die sich um seine Karriere kümmerte und sein Leben in die Hand nahm. Erst vor wenigen Monaten gab es Gerüchte über eine Trennung, weil Ozzy einen Rückfall in die Sucht hatte. Doch dem Musiker zufolge ist mittlerweile alles wieder gut.

Ein beinahe tödlicher Unfall mit einem Quad-Bike im Jahr 2003 machte ihn vielleicht nachdenklicher. Doch normal sein will Ozzy immer noch nicht. So hätte ein Dialog in „The Osbournes“ passender nicht sein können: „Warum seid ihr nicht normal?“ klagte damals Mutter Sharon über ihre Kinder. Kelly antwortete: „Weil ihr nicht normal seid, Mama.“

Tauschen allerdings wolle sie nicht, sagte Kelly später: „Ich sehe die angeblich normalen Familien meiner Freunde - und die sind wirklich am Ende. Da hat der Vater was mit der Sekretärin, die Mutter mit dem Gärtner und der Sohn dealt mit der Droge Crystal Meth. Aber jeder hält sie für eine Bilderbuch-Familie, weil der Rasen frisch gemäht ist und das Haus nett aussieht.“

dpa

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