Brachialromantik aus Dresden

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Die Mittelalter-Rocker aus Dresden präsentieren sich unter ihrem Niveau.

Die Letzte Instanz bekennt sich mit ihrem neuen Album „Schuldig“ - dabei haben sie gar nichts Besonderes verbrochen. Die Mittelalter-Rocker präsentieren sich auch nach dem 10-jährigen Jubiläum nur zweitklassig. Von Holger Strehl

Satte dreizehn Jahre ist es her, dass sich in Dresden die Band Letzte Instanz gründete. Die Besetzung änderte sich seitdem mehrfach, so dass aus den Anfangszeiten gerade noch Bandmitbegründer Holly D. und Violin-Virtuose M. Stolz übrig sind. Nach dem Akustikwerk „Das Weiße Lied“ und dem ruhigen, bedächtigen Longplayer „Wir Sind Gold“ wäre es nun an der Zeit gewesen, endlich den lang ersehnten Kracher zu veröffentlichen.

Doch das gelingt Letzte Instanz nur bedingt. Der neuste Akt „Schuldig“ wurde zwar von der Band als „pure, energetische Rockmusik“ angekündigt, doch wirken die einzelnen Songs eher unausgereift. Lediglich der zwölfte Track „Komm!“ ist ein wahrer Ohrenschmaus. Ein knallharter Beat mit wahren Industrial-Elementen hämmert aus den Lautsprechern. Der Rhythmus ist mitreißend und die Stimme von Holly D. kommt endlich mal zur Geltung. Den restlichen Songs fehlt es eindeutig an Qualität. Wenngleich durchaus hörenswert ist „Schuldig“ letztlich weder Fisch noch Fleisch.

Album Cover - Letzte Instanz: "Schuldig"

Neben vergleichbaren Künstlerkollegen wie Subway To Sally oder gar der Mittelalter-Kombo schlechthin, In Extremo, wirkt Letzte Instanz leider nur zweitklassig. Ein Knaller aus vierzehn Songs reicht einfach nicht aus, um „Schuldig“ ein ernsthaftes Lob aussprechen zu können.

Das großes Manko der sechsköpfigen Band ist der fehlende textliche Tiefgang: Die harten Romantiker sprechen zwar emotionale Zustände an, doch landen sie dabei versehentlich auf dem Niveau von unsteten Teenagern. Musikalisch klingen die neuen Stücke auf „Schuldig“ zwar angenehm rockig und sind mit recht netten Refrains garniert, doch fesseln kann außer „Komm!“ kein Song. Nun bleibt die Hoffnung, dass die Umsetzung auf der Bühne besser gelingt.

Diskographie:

Alben:

1997: Brachialromantik

1999: Das Spiel

2001: Kalter Glanz

2003: Götter auf Abruf

2004: Live

2006: Ins Licht

2007: Wir sind Gold

2007: Das weiße Lied

2008: Die weiße Reise: Live In Dresden

2009: Schuldig

DVDs:

2004: Live

2008: Weißgold

Live vor Ort:

:: UnSchulds-Tour 2009 ::
präsentiert von Zillo, Melodie & Rhythmus, Metal Hammer, Piranha, Gothic, NegaTIEF, Break Out, Coolibri, DRESDNER & dem Abbadon Mysticstore


20.03.09 Erfurt – Gewerkschaftshaus
21.03.09 Glauchau - Alte Spinnerei
22.03.09 Nürnberg – Hirsch
23.03.09 Stuttgart - Röhre
24.03.09 CH-Zürich - Abart
25.03.09 Ludwigshafen – Das Haus
26.03.09 A-Salzburg – Rockhouse
27.03.09 Lindau - Club Vaudeville
28.03.09 Bochum - Matrix
01.04.09 München – Backstage
02.04.09 Köln – Kulturkirche
03.04.09 Dresden - Reithalle Straße E
04.04.09 Rostock – Mau
05.04.09 Hamburg - Knust
06.04.09 Bremen – Schlachthof
07.04.09 Frankfurt – Batschkapp

08.04.09 Berlin – Postbahnhof
09.04.09 Hannover – Musikzentrum

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