Tugendhafte Rocker

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Überzeugungstäter: Brad Arnold spendete dem Publikum gleich mehrfach Gottes Segen.

Offenbach - Beständigkeit kann eine Tugend sein: Für die US-amerikanischen Alternative-Rocker von 3 Doors Down , schon gewohnheitsmäßig zu Gast in der Offenbacher Stadthalle, gilt dies im Besonderen. Von Carsten Müller

Seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „The Better Life“ im Jahr 2000 ist der Band nichts wesentlich Neues mehr eingefallen. Eingängige Rock-Balladen, bewegende Gitarren-Riffs, ein meist im mittleren Tempo kräftig gedroschenes Schlagzeug und Brad Arnolds unter die Haut gehende Stimme reichen aus, um das noch immer zahlreiche wie treue Publikum milde zu stimmen.

So nicken sich die Fans einvernehmlich zu, als zur ersten Zugabe die Akkorde von „Kryptonite“ angespielt werden, dem großen Hit von der Jahrtausendwende. Darauf haben alle gewartet, die längst schon Verbrüderung feiern. Mit der Band in die Jahre gekommene Männer liegen sich in den Armen angesichts der seit einer guten Stunde gespielten Stücke, die wie ein „Best of“ von wenigen Neuschöpfungen des jüngsten Albums „Time Of My Live“ unterbrochen werden.

Es sind das einfache Leben feiernde Songs wie „Loser“, „Better Life“, „Away From The Sun“ oder das treibende „It’s Not My Time“, die in Stimmung versetzen und zum Mitsingen animieren. Dass sich der gläubige Konservative Brad Arnold veranlasst fühlt, per Video die Botschaft vom Jungen aus einem Nest in Mississippi zu erzählen, der es dank der Musik nach oben geschafft hat, spricht Bände: Riskieren wollen 3 Doors Down nichts mehr. Wieso sollten sie auch?

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