Brüder-Duo sprengt alle Kategorien

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Zwischen Schlagzeug, Mikrofon und Gitarre hantiert Josiah Wolf genauso konzentriert wie später in Bandbesetzung zwischen Trommelfellen und Vibraphon.

Frankfurt - Söhnen eines orthodoxen Rabbis dürfte es schwer fallen, einen Gegenentwurf zum strenggläubigen Leben zu finden. Jonathan Yoni und Josiah Wolf, bärtiges Brüderpaar aus Kalifornien, wagten den Schritt erst unabhängig voneinander. Von Ferdinand Rathke

Doch führte die gemeinsame Leidenschaft zur Musik beide doch wieder zueinander: In Yoni Wolfs 1997 eigentlich als Soloprojekt gestartetem Experiment Why? assistieren sie einander, ohne sich einzuengen. Josiah Wolf nimmt sich beim Gastspiel im Frankfurter Mousonturm gar die Freiheit, sein jüngst veröffentlichtes Solowerk „Jet Lag“ im Vorprogramm zu präsentieren.

Zwischen Schlagzeug, Mikrofon und Gitarre hantiert der Lockenkopf genauso konzentriert wie später in Bandbesetzung zwischen Trommelfellen und Vibraphon. Allerdings liegen Welten zwischen den rustikalen Folk-Impressionen und dem facettenreichen Konzept von Why?.

Fast schon orchestraler Independent Rock mit aufwändigen Arrangements, mehrstimmigen Chorsätzen sowie Hang zu abrupten Tempi- und Akkordwechseln nähren den Verdacht, Why? näherten sich einem Genre, das lange Zeit als verpönt galt: Progressive Rock. Doch jedwede Versuche, Why? zu kategorisieren scheitern zwangsläufig. Stilistisch lässt sich das nach allen Seiten offene Konzept mit Yoni Wolfs surrealen Textassoziationen nicht einordnen. Fusionen selbst der ungewöhnlichsten Art erinnern an die anarchische Experimentierlust eines Frank Zappa. Selbst Yoni Wolfs exzentrischer Auftritt im James-Dean-T-Shirt wirkt wie ein Tribut an Zappas Bruder im Geiste, Captain Beefheart.

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