Carpendale kann dem Schicksal nicht entrinnen

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„Howie“ in ganzer Pracht

Howard Carpendale in ganzer Pracht zu erleben ist das Ziel eines überwiegend weiblichen Publikums in der nur etwa halb vollen Frankfurter Festhalle. Vereinzelte männliche Exemplare befinden sich im Schlepptau, manch einer wartet gar draußen vor der Tür, bis die holde Gattin sich Appetit geholt hat beim seit 2008 wieder berufstätigen Schlagerbarden. Mit immerhin schon 64 Jahren gibt Howie pünktlich den jugendlichen Beau. Umständliche Erklärungsversuche, warum es ihn wieder zurück ins Rampenlicht drängt, hat die mittlerweile leicht füllige Schlagerikone parat: „Isch weiß, dass es ohne eusch nicht geht“, drückt er schamlos auf die Tränendrüse und verfehlt die Wirkung nicht.

Wer zu Howard Carpendale kommt, erwartet vor allem eins: Hits, Hits und nochmals Hits. Doch die lassen erst einmal auf sich warten. Stattdessen leistet sich der Südafrikaner in der ersten Hälfte seines Programms einen Querschnitt durch die neue CD „Stark“. Carpendale bedient nach wie vor die romantische Schiene, auch wenn er auf „Every Breath You Take“ von The Police, „Pflaster“ von Ich+Ich sowie das eingedeutschte „Ruf mich an“ Ronan Keatings zurückgreift.

„Das bin ich nicht“ lautet selbstkritisch der Abschied vom Leben als Golf spielender Pensionär. Doch eigentlich will Howie auch nicht mehr als Schlagerinterpret, sondern als versierter Unterhalter wahrgenommen werden. Geglückt ist ihm der Wechsel bislang nicht. Das liegt nicht an ihm, sondern an zahllosen Verehrerinnen, die partout auf „Ti Amo“ bestehen. Carpendale sagt gezwungenermaßen „Hello Again“ – und kann seinem Schicksal nicht entrinnen.F. RATHKE

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